| Robbi P. |
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| Anmeldungsdatum: 22.10.2005 |
| Beiträge: 838 |
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| Papa Schlumpf hat folgendes geschrieben: |
| zur Vergeltung Israel wieder ein paar Häuser beschießt. |
Wenn Israel die Drahtzieher und Unterstützer der Terroranschläge ausfindig macht und deren Häuser beschießt, hat das nichts mit Vergeltung zu tun. Es wird immer wieder gerne vergessen, dass Israel nicht gegen eine Armee kämpft, sondern gegen terroristische Organisationen, die sich in der Zivilbevölkerung verschanzen. Aber es sind hauptsächlich die Medien, die grundsätzlich von Vergeltung und Rache reden, sobald Israel militärisch gegen die Terroristen vorgeht. Die gehen auch gerne einen Schritt weiter und bemühen den aus dem christlichen Antisemitismus entstandenen Terminus in dem sie auf die Bibelzitate "Auge um Auge, Zahn um Zahn" zurückgreifen, Zitate, die absolut nichts mit Vergeltung zu tun haben, sondern mit Schadensregulierung im Sinne einer Art finanzieller Kompensation.
Wenn Vergeltung ins Auge geht
Vor allem in Deutschland verbindet sich jüdische Vergeltung mit Rache. Dann sind wir ganz schnell bei Luthers Erfindung des jüdischen Rachegottes im Gegensatz zum christlichen Gott der Liebe angelangt. Sogar Hitler berief sich gegenüber evangelischen Bischöfen auf Luther, um Bücherverbrennungen und Judenverfolgungen zu rechtfertigen. Dass sich die israelische Regierung von einem archaischen Rachegott anleiten lasse, wird immer wieder behauptet. Das wird klar, wenn die vermeintliche israelische Vergeltung als Balkenüberschrift mit dem von Luther falsch interpretierten Bibelvers rausposaunt wird: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wer es bis heute nicht kapiert hat, hier ein kurzer Hinweis: Unser deutsches Strafgesetzbuch hält sich an das biblische Prinzip Auge um Auge, denn es bedeutet nicht Rache, sondern Geldstrafe für den Täter und Schadenersatz für das Opfer. Luthers Interpretation ist Antisemitismus der übelsten Sorte. Wenn also dpa über israelische "Vergeltung" berichtet, dann betreibt ahnungslos die gesamte deutsche Presse von der Tagesschau bis zur letzten Dorfzeitung eine subtile antisemitische Hetze in der besten Tradition des Stürmers. In extrem seltenen Fällen reden die Israelis von einer "Peulat Tagmul", also Vergeltung. Selbst die Zerstörung von Terroristenhäusern bezeichnen die Israelis "Abschreckung" und nicht biblische Rache.
| Zitat: |
| so sehr ich die Lage Israels verstehe, ich weiß so langsam nicht mehr, wer angefangen hat. |
Wenn man von einzelnen Fällen ausgeht, ist das auch nicht einfach, denn die Medien tragen erheblich dazu bei, das gesamte Bild zu verfälschen. Ein interessantes Beispiel war der militärische Einsatz Israels auf Gaza nach einer "Waffenruhe". In der Phase dieser sog. Waffenruhe wurden mehrere Anschläge vereitelt, zahlreiches Sprengstoffmaterial wurde sichergestellt. Als dann noch Kasamraketen aus Gaza auf Israel abgefeuert wurden, reagierte Israel mit diesem militärischen Angriff auf just jenes Gebiet, aus dem die Raketen abgefeuert wurden. Die Meldung in den Medien: "Israel unterbricht Waffenruhe mit Angriff auf Gaza". Israel wurde als Aggressor hingestellt.
Geht man jedoch an die Anfangszeiten des Staates Israels zurück, so kann man durchaus auch Israel eine Teilschuld zuschieben, Vertreibungen und Enteignungen gab es sowohl von arabischer als auch von israelischer Seite aus. Allerdings gibt es kaum einen Staat, der ohne Gewalt enstanden ist. Die Wurzeln des Konfliktes liegen jedoch nicht in der Gründung Israels; Gewalt, Mord und Totschlag sowie Anschläge auf Juden gab es auch vor der Existenz Israels in dieser Region.
| Zitat: |
| Ich verstehe auch nicht, warum immer gleich militärische Mittel ergriffen werden müssen. Wozu hat Israel eigentlich den besten Auslandsgeheimdienst der Welt? |
Dem kann ich nicht ganz zustimmen, Israel greift nicht "immer gleich" zu militärischen Mitteln. Oft genug gab es mehrere Anschläge und Angriffe mit Kasamraketen, bis Israel militärisch vorging; etliche Terroranschläge wurden vereitelt z. B. durch ledigliche Festnahmen. Letzteres gestaltet sich allerdings äußerst schwierig, wenn der Terrorist mit einem Sprengstoffgürtel ausgestattet ist. In diesem Fall bleibt kaum eine andere Möglichkeit, als den Terroristen zu erschießen, denn es genügt eine kleine Handbewegung am Auslöser des Sprengstoffgürtels um ein Blutbad anzurichten. Das hat jedoch noch nichts mit militärischem Vorgehen zu tun. Solche Fälle wurden auch von den Medien ausgeschlachtet mit dem üblichen Titel "Israel erschießt Palästinenser". Ein Beispiel, in dem es zu einem militärischen Einsatz kam war ein Fall, in dem offensichtlich ein Terrorist erschossen wurde. Der Mann entzog sich einer Kontrolle israelischer Polizisten, dazu hätte er keinen Grund gehabt, wenn er nichts zu verbergen gehabt hätte. Die Polizisten orderten militärische Verstärkung an, der Mann weigerte sich, bis er schließlich erschossen wurde. Das ganze wurde gefilmt; bei der Veröffentlichung der Bilder wurde die Szene gezeigt, bis ein ferngesteuerter Roboter zum Einsatz kam, ab da wurde geschnitten. Solche Roboter werden nur eingesetzt um Minen und andere Sprengstoffsätze zu sichern. Es ist auch selten ein Zufall, wenn solche Szenarien gefilmt oder fotografiert werden.
| Zitat: |
| Schön wäre es, Frieden in die Region zu kriegen... aber nicht mit Kriegen... |
Das ist völlig richtig, ein sehr schön formulierter Satz. Und ich hoffe, dass es nicht einfach nur ein Wunsch bleibt. |
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