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Knobloch fordert "Vaterlandsliebe"
BeitragVerfasst am: 29.06.2007, 21:26 Antworten mit Zitat
Ruediger
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MÜNCHEN - Die Präsidentin des Zentralrates der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, wirbt für mehr "Vaterlandsliebe" der Bundesbürger. Diese dürfe "keine Exklusiv-Domäne der Rechtsextremen sein", sagte Knobloch dem "Münchner Merkur". Sie betonte: "Nur wer sich mit seinem Land identifiziert, kann sich dafür verantwortlich fühlen, was darin geschieht."

Den jungen Menschen in Deutschland müsse gezeigt werden, "dass es hier vieles gibt, worauf sie zu Recht stolz sein können". Knobloch fügte hinzu: "Ich verstehe nicht, warum man dieses Land nicht lieben sollte. Die Franzosen, Engländer, Amerikaner lieben ihre Länder doch auch."

http://www.tagesspiegel.de/politik/Deutschland-Charlotte-Knobloch;art122,2326441

Na da spricht mir doch die Gute aus der Seele. Genau meine Worte. Very Happy
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Re: Knobloch fordert "Vaterlandsliebe"
BeitragVerfasst am: 30.06.2007, 23:25 Antworten mit Zitat
wayne_gretzky
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Anmeldungsdatum: 05.04.2007
Beiträge: 83




Zitat:
"Nur wer sich mit seinem Land identifiziert, kann sich dafür verantwortlich fühlen, was darin geschieht."

Da spricht sie nicht nur aus Rüdigers Seele, sondern auch aus meiner. (Seelenverwandschaft?Wink )

Zitat:
"Ich verstehe nicht, warum man dieses Land nicht lieben sollte."

Sie sagt, man sollte dieses Land lieben, aber die Franzosen Engländer und Amerikaner, die sie als Beispiele anführt, haben es vielleicht etwas einfacher ihr Land zu lieben als die Deutschen. Ich verstehe nicht warum sie das nicht versteht.

Allerdings habe ich das Gefühl, die Deutschen sind auf dem richtigen Weg. Die WM hat gezeigt, daß fröhlicher, unaggressiver Patriotismus möglich ist, der ja nebenbei auch im Ausland positiv aufgenommen wurde.
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BeitragVerfasst am: 01.07.2007, 00:11 Antworten mit Zitat
Robbi P.
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Beiträge: 841




In Deutschland hat man bedingt durch die Geschichte Probleme mit dem Patriotismus. Er wird gerne verwechselt mit dem "braunen" Stolz. Das Wort "Stolz" alleine ist bereits negativ belegt, man traut es sich kaum auszusprechen geschweige denn, zu zeigen. Bei solchen Wettkämpfen kann der "Nationalstolz" offen gezeigt werden, ohne dass es irgendetwas mit braunen Stolz zu tun hat.

Ob beim Fußball oder Formel 1 oder irgend ein anderer nationaler Sport, jeder freut sich doch, wenn ein Sportler/Team aus dem eigenen Land gewinnt. Wäre auch schlimm, wenn das nicht so wäre.

EX-Bundeskanzler Schröder sagte mal: "Die Deutschen brauchen mehr Mut zum Patriotismus" oder so ähnlich Damit hatte er Recht.
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BeitragVerfasst am: 03.07.2007, 11:09 Antworten mit Zitat
wayne_gretzky
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Beiträge: 83




Robbi P. hat folgendes geschrieben:
In Deutschland hat man bedingt durch die Geschichte Probleme mit dem Patriotismus. Er wird gerne verwechselt mit dem "braunen" Stolz. Das Wort "Stolz" alleine ist bereits negativ belegt, man traut es sich kaum auszusprechen geschweige denn, zu zeigen. Bei solchen Wettkämpfen kann der "Nationalstolz" offen gezeigt werden, ohne dass es irgendetwas mit braunen Stolz zu tun hat.

Ob beim Fußball oder Formel 1 oder irgend ein anderer nationaler Sport, jeder freut sich doch, wenn ein Sportler/Team aus dem eigenen Land gewinnt. Wäre auch schlimm, wenn das nicht so wäre.

EX-Bundeskanzler Schröder sagte mal: "Die Deutschen brauchen mehr Mut zum Patriotismus" oder so ähnlich Damit hatte er Recht.


Waren bei Dir nie diese Mädchen beim Fußballgucken, die fragten: "Wer spielt?" "Deutschland gegen XXX". "Oh ich bin für XXX!" "Warum?" "Die speilen so tollen Fußball!" (aber dann nichtmal wissen was die weißen Linien auf dem Rasen sollen)

Ich denke Schröder spricht nicht umsonst vom MUT zum Patriotismus und Du vom "nicht trauen".
Wie Du richtig sagst stellt die Geschichte in Deutschland ein Problem für einen unbeschwerten Patriotismus dar und die Deutschen lernen jetzt erst langsam damit klar zu kommen. Trotzdem verstehe ich nicht wie gerade Charlotte Knobloch diese Probleme nicht sehen kann.
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BeitragVerfasst am: 23.07.2007, 22:28 Antworten mit Zitat
Ecclesiastes
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Anmeldungsdatum: 05.01.2006
Beiträge: 136




wayne_gretzky hat folgendes geschrieben:
Trotzdem verstehe ich nicht wie gerade Charlotte Knobloch diese Probleme nicht sehen kann.


Ich vermute mal, sie sieht die Probleme und hat einfach mal 'nen Stein ins Wasser geschmissen.

Letzten Endes heißt es immer öfter :"Germans to the Front."

Ein Volk ohne Selbstbewußtsein ist nicht leicht dazu zu bringen, offensiv und effektiv die Vorstellungen und Wünsche des "Westens" durchzusetzen.
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BeitragVerfasst am: 15.10.2007, 08:26 Antworten mit Zitat
Apifera
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Deutschland lieben? Ich liebe meine Frau und meine Kinder. Deutscher bin ich durch Geburt, weil meine Eltern auch Deutsche waren. Soll ich deshalb zu Deutschland eine besondere LIebe empfinden?

Der dunkelste Abschnitt der deutschen Geschichte liegt noch zu kurz zurück. Noch leben Opfer dieser Zeit oder ihre unmittelbaren Nachkommen. Und noch leben Täter aus dieser Zeit.

Aber ich bin nun mal Deutscher und kann mich der Geschichte meines Vaterlandes nicht entziehen. Und ich sehe es als meine größte patriotische Pflicht, dazu beizutragen, dass sich Verhältnisse wie in den dreißiger und vierziger Jahren des letzten Jahrhunderts nicht mehr wiederholen können.

Dass die Angehörigen anderer Nationen ein anderes Verhältnis zu ihrem Land haben liegt vielleicht auch daran, dass ihre Nation auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken kann. Die Deutschen fühlten sich bis ins 19. Jahrhundert hinein nicht als Nation, sondern als Untertan eines regionalen Herrschers. So gab es bis zum 19. Jahrhundert keine Deutschen, sondern Preußen, Bayern, Hessen, Badener, Württemberger usw.

Das "deutsche Bewusstsein" kam erst auf, als man durch die Eroberungskriege Napoleons Bekanntschaft mit der französischen Nation gemacht hatte. Und das war historisch gesehen erst vorgestern gewesen.

Wir Deutsche müssen eben noch viel lernen, was Nation und Vaterland angeht.

Apifera
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BeitragVerfasst am: 16.10.2007, 17:49 Antworten mit Zitat
Michael
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Anmeldungsdatum: 20.08.2007
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@ Apifera

Eine "Vaterlandsliebe" halte ich nicht für vergleichbar mit der Liebe zum nächsten Angehörigen, Eltern, Kinder oder Ehepartner. Ich verbinde das mit Begriffen wie Heimat oder Heimweh. Wenn du nicht in Deutschland bist, würdest du es vermissen? Falls ja, glaube ich, kann man auch von einer Vaterlandsliebe reden.

Weiter sprichst du von einer patriotischen Pflicht. Hat Patriotismus nicht auch im engeren Sinne mit "Vaterlandsliebe" zu tun?

Für die einen liegt dieses dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte zu kurz zurück, für die anderen sind es schon mehrere Generationen. Gemeint ist immer der gleiche Zeitraum. Wenn heute zum Beispiel ein Mitglied der deutschen Band Tokio Hotel in Israel schreit: "Heute ist es scheißegal, was Euch passiert ist", wie lange ist es für ihn, kurz zurück oder schon mehrere Generationen? Die meisten Jugendlichen von heute möchten doch nichts mehr davon wissen, sie weisen die Vergangenheit zurück. Da beginnt die Gefahr des Vergessens.
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BeitragVerfasst am: 24.11.2007, 01:23 Antworten mit Zitat
Knolle
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Gegen das Vergessen zu appellieren ist in Ordnung. Auch wichtig. Aber muss das denn so oft sein? Kaum eine Rede mit den Worten: "Wir dürfen nie vergessen". Unzählige Male, ständig wiederholte Dokumente über den Holocaust, in den Schulen wird es gelernt, am Arbeitsplatz darüber gesprochen, und die Politiker: "Wir dürfen nicht vergessen". Als würden wir nicht wissen dass wir es nicht vergessen dürfen. Das nervt und macht auf Dauer vor allem die Jugendlichen sauer, die auch ein bisschen stolz sein wollen auf ihr Deutschtum.
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BeitragVerfasst am: 25.11.2007, 15:05 Antworten mit Zitat
Robbi P.
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Naja, wenn ich die unterschiedlichsten Foren ansehe oder diverse Seiten durchblättere, denke ich mir oft, man kann es gar nicht oft genug wiederholen. Ich glaube weniger, dass es nervt, weil es oft wiederholt wird, sondern weil ein allgemeines Problem im Umgang mit der Vergangenheit besteht.
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BeitragVerfasst am: 26.11.2007, 20:04 Antworten mit Zitat
Michael
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@ Knolle

Zitat:
Als würden wir nicht wissen dass wir es nicht vergessen dürfen. Das nervt und macht auf Dauer vor allem die Jugendlichen sauer, die auch ein bisschen stolz sein wollen auf ihr Deutschtum.


Wir wissen es, aber wissen es auch die anderen? Du kannst nicht von dich auf andere schließen.
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BeitragVerfasst am: 14.12.2007, 23:11 Antworten mit Zitat
Ecclesiastes
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Einer Befragung zufolge, die vor ca. zwei Jahren stattfand, glauben mehr als 30% der deutschen Schüler, die Deutschen hätten im letzten Weltkrieg zusammen mit den Amerikanern gegen die Nazis gekämpft. Gute Nacht
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BeitragVerfasst am: 15.12.2007, 03:37 Antworten mit Zitat
Robbi P.
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Diese 30% schicken wir einfach mal nach Amerika, der Spiegel berichtete 2003:

Schüleraustausch: Mobbing gegen Deutsche in den USA

Junge Deutsche, die derzeit in den USA leben, werden vor allem in der Provinz wegen ihrer Nationalität angefeindet. Austauschschüler und Studenten erleben Beschimpfungen als "Nazis"...
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BeitragVerfasst am: 16.12.2007, 20:32 Antworten mit Zitat
Knolle
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Was bei Umfragen alles rauskommt. Im Wissen um die DDR sieht es auch schlecht aus:

Zitat:
Viele Schüler im Westen verklären die DDR
Die Unkenntnis deutscher Schüler über das Leben der Menschen in Ostdeutschland vor der Wende ist erschreckend. Am Beispiel von Jugendlichen aus Nordrhein-Westfalen stellten Forscher fest, dass fast 90 Prozent weniger oder gar keine Kenntnisse besitzen. Doch eigentlich ist das Interesse vorhanden.


http://www.welt.de/politik/article1389853/Viele_Schueler_im_Westen_verklaeren_die_DDR.html
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BeitragVerfasst am: 16.12.2007, 20:38 Antworten mit Zitat
Knolle
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Anmeldungsdatum: 28.05.2007
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@ Michael

Zitat:
Wir wissen es, aber wissen es auch die anderen? Du kannst nicht von dich auf andere schließen.


Im Plural redet man gewöhnlich wenn eine Mehrheit gemeint ist. Ich bin überzeugt dass die Mehrheit der Deutschen weiß, dass wir nicht vergessen dürfen.
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BeitragVerfasst am: 19.12.2007, 00:53 Antworten mit Zitat
Michael
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Es kam so verallgemeinernd herüber als wüsste es jeder und erinnern müsste daher grundsätzlich nicht sein. Mich nervt es auf alle Fälle nicht.
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Knobloch fordert "Vaterlandsliebe"
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