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Jude neues Modeschimpfwort
BeitragVerfasst am: 09.02.2008, 13:27 Antworten mit Zitat
Ruediger
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Jugendlichen fehlt Bezug zum Holocaust - Jude neues "Mode-Schimpfwort"

M ü n c h e n (PRO) - Bei dem Versuch, ihren Schülern das Grauen des Holocaust zu vermitteln, stoßen viele Lehrer an ihre Grenzen. Der fehlende Bezug vieler Jugendlicher zu Tätern und Opfern ist dabei noch das geringste Problem. Laut dem Magazin "Focus Schule" ist "Jude" mittlerweile wieder ein beliebtes Schimpfwort unter Kindern. Und in vielen europäischen Ländern werden Lehrer sogar von ihren muslimischen Schülern bedroht, wenn sie die NS-Zeit durchnehmen wollen.

Jugendlichen fehlt Bezug zum Holocaust - Jude neues "Mode-Schimpfwort"
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BeitragVerfasst am: 10.02.2008, 18:42 Antworten mit Zitat
Robbi P.
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Ich glaube, "Jude" ist kein "neues Modeschimpfwort", sondern dass es das schon immer war. Aber nachdenklich stimmt es schon, wenn das Thema Holocaust von Lehrern in Ostdeutschland vermieden wird, weil Rechtsextremismus und Antisemitismus dort inzwischen so weit verbreitet seien, wie aus dem Artikel hervorgeht und sogar Lehrer von muslimischen Schülern bedroht werden, wenn diese die NS-Zeit durchnehmen wollen.

Aber die Methoden der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit einiger Lehrer halte ich auch für unangebracht. So erinnere ich mich an ein Beispiel, in dem in einer Klasse den Schülern beigebracht werden sollte, wie es sich anfühle, ausgegrenzt zu werden. Die Schuler mussten ein Abzeichen tragen das zur Kennzeichnung diente, wer "ausgegrenzt" werden soll. Offensichtlich machten darauf einige Kinder einen "verstörten" Eindruck.

Solche Experimente werden auch in diesem Artikel angesprochen:

Gegenüber "Focus Schule" kritisiert sie zweifelhafte Experimente im Unterricht. So habe eine Lehrerin ihre Kinder dazu aufgefordert, sich eine halbe Stunde lang still in ein dunkles Zimmer zu setzen, erzählt Urban. Eine andere hatte ihre Schulklasse nach der Rassenlehre kategorisiert. Die Pädagogin wollte damit demonstrieren, wie leicht man auf Grund von äußerlichen Merkmalen diskriminiert werden könne.
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BeitragVerfasst am: 13.02.2008, 03:57 Antworten mit Zitat
Gast42
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Robbi P. hat folgendes geschrieben:

Aber die Methoden der Auseinandersetzung mit der NS-Zeit einiger Lehrer halte ich auch für unangebracht.

Was waeren denn angebrachte Methoden?

Abegesehen davon frage ich mich, wo der erwaehnte Antisemitismus im Osten herkommt.
Ich denke, dass Parteien von Rechtsaussen die zum Teil schlechte wirtschaftliche Situation dort geschickt ausnutzen um Stimmung fuer sich und gegen die anderen Parteien zu machen.
Und wer ein ordentlicher Rechtsextremer sein will der muss auch Antisemit sein, das gehoert dazu wie die Lederhose zum Bayern. Mal abgesehen davon, sind antisemitische Aeusserungen ja immer so schoen provokant. Da regen sich alle ordentlich drueber auf und der Rechte hat sein Erfolgserlebnis.
Ob da eine tiefe Reflexion dahinter steckt wage ich bezweifeln.
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BeitragVerfasst am: 14.02.2008, 01:24 Antworten mit Zitat
Robbi P.
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Anmeldungsdatum: 22.10.2005
Beiträge: 841




@ Gast42

Zitat:
Was waeren denn angebrachte Methoden?


Es genügt doch, den Schülern zu verdeutlichen, welches Unrecht getan wurde und z. B. Filme über den Holocaust zu zeigen. Wo Schüler "gestörtes Verhalten" nach einem "Experiment" zeigen, ist sicher etwas schief gelaufen.

Zitat:
Abegesehen davon frage ich mich, wo der erwaehnte Antisemitismus im Osten herkommt.


Einer der wichtigsten Gründe dafür ist der als "Antizionismus" verpackte Antisemitismus:

Zitat:
Antizionismus: Feindschaft gegen Israel als neue Form des Antisemitismus

....Der Antizionismus erscheint nur vordergründig als eine eigenständige Geisteshaltung, in Wirklichkeit ist er nur eine neue, verkappte Form eines latenten Antisemitismus, der im Gegensatz zur tradierten Judenfeindschaft weniger religiöse als vielmehr politische und ökonomische Gründe hat.(1) Antizionismus als ideologischer Standpunkt äußerte sich in den zwei deutschen Staaten unterschiedlich. In der Bundesrepublik blieb der Antizionismus vornehmlich singulär und weitgehend auf die linkspolitischen Strömungen beschränkt (in rechtsextremen Kreisen sind eher tradierte antisemitische Einstellungen zu finden, die auf den Staat Israel übertragen werden).

Anders war die Situation in der DDR. Dort wurde der Zionismus staatlicherseits zu einer "Abart" des kapitalistischen Imperialismus erklärt. Daraus folgte, daß der sich als antifaschistisch definierende Staat einerseits den traditionellen Antisemitismus verdammte und bekämpfte, andererseits jedoch der Antizionismus als staatlich sanktionierte und propagierte Kritik am Staat Israel legitimiert wurde....


Zitat:
Ich denke, dass Parteien von Rechtsaussen die zum Teil schlechte wirtschaftliche Situation dort geschickt ausnutzen um Stimmung fuer sich und gegen die anderen Parteien zu machen.


Davon kann man ausgehen. Die schlechte Wirtschaft war schon immer ein Vorbereiter für den Erfolg der Nazis. Viele stellen sich heute die Frage, wie die Nazis an die Macht kommen konnten. Auch da wurde die schlechte Wirtschaftslage ausgenutzt, die Nazis verbreiteten ihre Propaganda mit erfunden Sündenböcken, in erster Linie Kommunisten und Juden.

Zitat:
Und wer ein ordentlicher Rechtsextremer sein will der muss auch Antisemit sein, das gehoert dazu wie die Lederhose zum Bayern.


Jepp, wobei der Antisemitismus allerdings nicht nur von Rechtsextremen ausgeht, siehe verlinkten Artikel.
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BeitragVerfasst am: 15.02.2008, 06:25 Antworten mit Zitat
Gast42
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Robbi P. hat folgendes geschrieben:
@ Gast42

Zitat:
Was waeren denn angebrachte Methoden?


Es genügt doch, den Schülern zu verdeutlichen, welches Unrecht getan wurde und z. B. Filme über den Holocaust zu zeigen. Wo Schüler "gestörtes Verhalten" nach einem "Experiment" zeigen, ist sicher etwas schief gelaufen.

Gebe ich Dir zum einen Recht. Eigentlich sollten die herkoemmlichen Methoden wie z.B. Filme reichen.
Auf der anderen Seite sind natuerlich viele Kinder heutzutage was Gewalt und Grausamkeit in Filmen angeht ziemlich abgestumpft. Ich weiss nicht ob es stimmt oder es nur eine "Spinne in der Yucca Palme" ist, aber ich habe von Schuelern gehoert die die "Action-Szenen" in "Schindlers Liste" "voll cool" fanden.
Wenn ich das als Lehrer hoeren wuerde, wuerde ich doch am Rad drehen und nach anderen Methoden suchen meinen Fruechtchen klarzumachen was da damals passiert ist.
Ich stimme zu, das darf natuerlich nicht zu gestoerten Kindern fuehren. Aber wenn dieses Thema nicht wenigstens ein bisschen aufwuehlt und verstoert, laeuft auch was schief.
Zitat:

Zitat:
Abegesehen davon frage ich mich, wo der erwaehnte Antisemitismus im Osten herkommt.


Einer der wichtigsten Gründe dafür ist der als "Antizionismus" verpackte Antisemitismus:

Im anderen Forum waere mir fuer die folgende Bemerkung sofort ein Brandzeichen mit Hakenkreuz in meinen Hintern gesengelt worden, aber hier will ich mal leise anmerken, dass ich nicht vollkommen ueberzeugt bin, dass Antisemitismus und Antizionismus lediglich zwei Verpackungen fuer ein und dieselbe Sache sind. Es gibt sicherlich eine sehr grosse Schnittmenge zwischen den beiden, aber ich denke es gibt auch Antizionismus der nicht einfach Antisemitismus unter anderem Namen ist.
Abgesehen davon stimme ich dem Artikel zu, dass das eher ein Phaenomen der intellektuellen Linken ist, fuer die der Pali-Schal in der Jugend zur Grundausstattung gehoerte.
Aber wie der Text auch sagt, das erklaert den Antisemitismus im Osten, der hier ja das Thema ist, nicht wirklich.
Die Jungs wissen doch zum groessten Teil nicht mal was Zionismus geschweige denn Antizionismus ist.
Zitat:
Zitat:
Ich denke, dass Parteien von Rechtsaussen die zum Teil schlechte wirtschaftliche Situation dort geschickt ausnutzen um Stimmung fuer sich und gegen die anderen Parteien zu machen.


Davon kann man ausgehen. Die schlechte Wirtschaft war schon immer ein Vorbereiter für den Erfolg der Nazis. Viele stellen sich heute die Frage, wie die Nazis an die Macht kommen konnten. Auch da wurde die schlechte Wirtschaftslage ausgenutzt, die Nazis verbreiteten ihre Propaganda mit erfunden Sündenböcken, in erster Linie Kommunisten und Juden.

Und hilft dagegen Aufklaerung?
Ich befuerchte, wer sich aus Frust ueber seine wirtschaftliche Situation den rechten Bauernfaengern in die Arme schmeisst, der wird sich von ein zwei Filmchen ueber den Holocaust nicht davon abbringen lassen.
Da hilft wahrscheinlich eher auf der einen Seite die Leute in ihrer Lage nicht allein zu lassen und Alternativen zu bieten und auf der anderen Seite den rechten Gruppierungen wo immer moeglich entgegenzutreten.
Zitat:

Zitat:
Und wer ein ordentlicher Rechtsextremer sein will der muss auch Antisemit sein, das gehoert dazu wie die Lederhose zum Bayern.


Jepp, wobei der Antisemitismus allerdings nicht nur von Rechtsextremen ausgeht, siehe verlinkten Artikel.

Im Osten, um den es hier geht, scheint es mir aber nun doch weniger ein Problem der Linken zu sein...
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BeitragVerfasst am: 15.02.2008, 06:28 Antworten mit Zitat
Gast42
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Bin ich nur zu doof, es zu finden oder gibts in diesem Forum kein edit?
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BeitragVerfasst am: 16.02.2008, 04:57 Antworten mit Zitat
Robbi P.
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@ Gast42

Schüler reden manchmal viel dummes Zeug daher, wollen selbst "Cool" wirken und lassen die dümmsten Sprüche dabei raus. Wie es aber bei denen "innen" wirkt, kann man kaum erahnen.

Zitat:
Im anderen Forum waere mir fuer die folgende Bemerkung sofort ein Brandzeichen mit Hakenkreuz in meinen Hintern gesengelt worden, aber hier will ich mal leise anmerken, dass ich nicht vollkommen ueberzeugt bin, dass Antisemitismus und Antizionismus lediglich zwei Verpackungen fuer ein und dieselbe Sache sind


Nett geschrieben "Hakenkreuz in den Hintern gesengelt" Very Happy

Antizionismus ist auch meiner Meinung nach nicht unbedingt gleich Antisemitismus. Kommt auch darauf an, wie man den Antizionismus definiert und wie du selbst sagtest, wissen viele gar nicht, was Zionismus geschweige denn Antizionismus ist. Von einer israelkritischen Haltung angefangen bis zur völligen Ablehnung des Staates Israels kann darunter viel verstanden werden. Wenn das Existenzrecht Israels abgestritten wird, denke ich schon, dass die Grenzen zum Antisemitismus überschritten sind oder wenn Zionismus generall als Rassismus bezeichnet wird und wo Nazi-Vergleiche gezogen werden. Vor allem von letzteren ist dieser Antizionismus geprägt, die Behauptung zum Beispiel, die Juden würden in Israel mit den Palästinensern das machen, was die Nazis mit den Juden machten. Das wird dann eben von denen verpackt als Antizionismus.

Zitat:
Und hilft dagegen Aufklaerung?
Ich befuerchte, wer sich aus Frust ueber seine wirtschaftliche Situation den rechten Bauernfaengern in die Arme schmeisst, der wird sich von ein zwei Filmchen ueber den Holocaust nicht davon abbringen lassen.


Filme alleine helfen da sicher nicht. Es sollte auch auf die gängigen Parolen der Rechten eingegangen werden, und erklärt werden, was an denen faul ist.

Zitat:
Bin ich nur zu doof, es zu finden oder gibts in diesem Forum kein edit?


Ist in diesem Subforum deaktiviert, in manchen ist sie aktiviert. Wenn die Edit-Funktion aktiviert ist, besteht die Gefahr, dass damit Schabernack getrieben wird, Postings wieder gelöscht, nachdem andere schon darauf geantwortet haben als Beispiel. Dafür gibt es ja die Vorschau-Funktion. Wenn jemand ein Posting gelöscht haben möchte oder etwas nachträglich ändern möchte, genügt auch ein Hinweis an uns, im Forum oder per PM.
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