| Hagbard |
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| Anmeldungsdatum: 08.03.2006 |
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Vor allem in Deutschland entwickelte sich im Laufe der Zeit allerdings der so genannte sekundäre Antisemitismus, der den Juden ihre eigene Verfolgung und Leidensgeschichte vorwirft. Gespeist vom Bedürfnis, die nationalsozialistischen Verbrechen zu verdrängen und sich der Verantwortung zu entledigen, äußert sich diese Form des Antisemitismus vor allem in Schuldabwehr.
Der Völkermord an den europäischen Juden wird entweder geleugnet ("Auschwitzlüge"), relativiert ("andere Länder haben auch Dreck am Stecken") oder es wird ein endgültiger Schlussstrich unter alle NS-Debatten gefordert. Eigene negative Gefühle wie Scham werden auf die Juden als Auslöser projiziert. Diese erscheinen im sekundären Antisemitismus als eine rachsüchtige äußere Instanz, die die "Moralkeule" oder "Auschwitzkeule" schwingt und die Deutschen nicht in Ruhe lässt. "Die Deutschen werden den Juden Auschwitz nie verzeihen", fasste der Psychoanalytiker Zvi Rex das Leitmotiv des sekundären Antisemitismus pointiert zusammen.
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Ein sehr interessanter Abschnitt über Antisemitismus. Insbesondere, wenn man mal die Folgen durchgeht, die er hat. Zum einen ist ja erstmal zu sagen, dass nicht jeder Deutsche das "[...]Bedürfnis [hat], die nationalsozialistischen Verbrechen zu verdrängen und sich der Verantwortung zu entledigen[...]", auch wenn er die oben beschriebene Schuldabwehr benutzt. Ich persönlich sage auch von mir, ich habe absolut keine Schuld, ist das nun sekundärer Antisemitismus? Manche würden sagen "Nein", aber sicher gäbe es auch welche, die sagten "Ja" und dann haben wir ein Dilemma. Denn noch oben zitierten Ausführungen habe ich dann keine Chance mehr mich gegen diesem, von einigen angebrachten, Vorwurf zu befreien, da jeglicher Versuch wiederum als sekundärer Antisemitismus gedeutet werden würde. Diese Beschreibung eines sekundären Antisemitismus hat daher gleich zwei Probleme in sich vereint:
1. Die Unterstellung, der Deutsche an sich hätte ein "Bedürfnis, die nationalsozialistischen Verbrechen zu verdrängen und sich der Verantwortung zu entledigen", was so aber denke ich nicht belegbar ist und
2. Kann er als absolute Rechtfertigung für unberechtigte Vorwürfe dienen. Unter Berufung auf die oben zitierten Erklärungen kann jeder jeden als Antisemiten diffamieren und jegliche Reaktion des "Opfers" würde diesen Vorwurf nur noch mehr erhärten. |
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