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Tarceva in Europa zur Behandlung von Lungenkrebs zugelassen
Tausende Lungenkrebspatienten haben nun eine Chance auf ein längeres und besseres Leben dank Tarceva. Das neue Medikament wurde heute in der EU für Patienten mit lokal fortgeschrittenem oder metastatischem nichtkleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC, Lungenkrebs) zugelassen, sofern mindestens eine vorgängige Chemotherapie erfolglos war.
Tarceva(R) (Erlotinib) verbesserte nicht nur die Überlebensrate um beeindruckende 42,5 %, sondern auch die Krankheitssymptome und die Lebensqualität von Patienten mit NSCLC, der häufigsten Art von Lungenkrebs. Die heute ausgesprochene Zulassung ist somit ein wichtiger Schritt vorwärts beim Kampf gegen diese tödliche Krankheit. Bisher stehen nur sehr wenige Behandlungsmethoden zur Verfügung und weltweit stirbt alle 30 Sekunden ein Mensch an den Folgen von Lungenkrebs (1).
"Obschon Lungenkrebs eine verheerende Krankheit ist, wird die entsprechende Forschung vernachlässigt", sagte Dr. Giuseppe Giaccone vom VU Medical Center in Amsterdam. "Über 50 % der Lungenkrebspatienten in Europa erhalten keine Second-Line-Behandlung. Jetzt aber haben die Ärzte, dank der Zulassung von Tarceva, eine wirksame Alternative zur Chemotherapie für ihre Patienten." Tarceva wird einmal täglich oral eingenommen und ist der einzige EGFR-Hemmer, der bei Lungenkrebs einen Überlebensvorteil erzielt. Derzeit werden die meisten Lungenkrebspatienten mit Chemotherapien behandelt, welche aufgrund ihrer toxischen Wirkung den Patienten schwächen. Tarceva wirkt anders als Chemotherapien; es wirkt gezielt auf bestimmte Tumorzellen und löst daher keine der Nebenwirkungen aus, die von Chemotherapien her bekannt sind. Dr. Jesme Baird von der Patientenorganisation der Roy Castle Lung Cancer Foundation in Grossbritannien erklärte: "Für Lungenkrebspatienten ist Zeit das Wichtigste. Eine Behandlung, die einen Überlebensvorteil von durchschnittlich 2 Monaten erzielt, ermöglicht den Betroffenen und deren Familien weitere wertvolle Zeit zusammen. Um das Überleben und die Lebensqualität zu verbessern, ist es wichtig, dass die Patienten Zugang zu neuen Medikamenten haben, sobald diese erhältlich sind."
Die Zulassung basiert auf überzeugenden Studienergebnissen Die Zulassung in der EU basiert auf einer entscheidenden Phase-III-Studie , die kürzlich im New England Journal of Medicine (NEJM) veröffentlicht wurde (2). Die Studie wurde vom National Cancer Institute of Canada, Clinical Trials Group der Queen's University in Zusammenarbeit mit OSI Pharmaceuticals durchgeführt. 86 Zentren in 17 Ländern nahmen daran teil. Diese Phase-III-Studie (NCIC-CTG BR.21) involvierte 731 Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC, deren Karzinome nach First- oder Second-Line-Chemotherapie progressierten. Die Studie verglich Patienten mit Tarceva-Monotherapie bzw. Placebobehandlung.
Die wichtigsten Ergebnisse der Studie:
- Die Behandlung mit Tarceva bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC resultierte in signifikant längerem Überleben, verglichen mit Placebobehandlung. Die Verbesserung betrug 42,5 % (6,7 Monate vs. 4,7 Monate).
- 31 % der Patienten mit Tarceva-Behandlung waren nach einem Jahr am Leben, verglichen mit 22 % in der Placebogruppe.
- Die Tarceva-Patienten zeigten für eine erheblich längere Zeit stabile Lungenkrebssymptome, wie z. B. Husten, Atembeschwerden und Schmerzen.
- Diese Patienten zeigten auch einen besseren Gesundheitszustand und Lebensqualität als diejenigen in der Placebogruppe.
- Die Vorteile von Tarceva zeigten sich in einem breiten Patientenspektrum.
(ots)
Quelle: medizin-aspekte |
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