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Der jüdische Universalismus
BeitragVerfasst am: 25.11.2005, 07:23 Antworten mit Zitat
angel
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Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 214
Wohnort: die Erde




Hier ein Text, den ich besonders gern mag:

Gleichheit aller Menschen

Die Ethik des Judentums wird beherrscht vom Prinzip des Universalismus, d. h. sie kennt in ihren Forderungen und Vorschriften keinen Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden. Was sie befiehlt, gilt schlechthin; die Scheidung der Menschen nach Abstammung und Glauben ist für sie bedeutungslos. Es hieße die jüdische Sittlichkeitslehre nicht nur herabwürdigen, sondern völlig verkennen, wollte man annehmen, sie lege den Geboten der Gerechtigkeit, Wahrheit und Liebe eine größere Verbindlichkeit bei, wo es sich um Juden untereinander handelt, als wo die Ansprüche Andersgläubiger Berücksichtigung verlangen.

Wie bei der sittlichen Verpflichtung, so macht das Judentum auch hinsichtlich der Eignung zur Sittlichkeit keinerlei Unterscheidung zwischen Menschen und Menschen. Der Mensch als solcher ist sowohl Objekt als Subjekt der Sittlichkeit. Alle Erdenkinder sind zugleich Gotteskinder, fähig und berufen, das Gute zu verwirklichen und seine Herrschaft in der Welt immer mehr zu befestigen. Die sittliche Anlage ist jedem Menschen angeboren, es liegt ihm ob, sie im Kampf mit seinen Trieben und Begierden zu immer größerer Macht auszubilden.

Der grandiose Ausdruck dieser Anschauung vom sittlichen Beruf aller Menschen ist die Messiaslehre des Judentums geworden, jene Zukunftshoffnung, die auf ihrer höchsten Stufe unter dem Bilde des Gottesreiches auf Erden die Versittlichung der Völker und Nationen als Endziel der Menschheitsentwicklung schaut.

Der Gedanke der Auserwählung Israels, der auf den ersten Blick der Lehre von der sittlichen Gleichwertung aller Menschen zu widerstreiten scheint, ordnet sich ihr bei näherer Betrachtung vielmehr unter: Israel hat — das ist der tiefste Sinn seiner Begnadung durch Gott — die Aufgabe, beispielgebend auf die übrige Menschheit einzuwirken; es soll sein ethisches Gut nicht für sich behalten, sondern allen Völkern mitteilen, auf daß sie aufsteigen zu immer höherer Gesittung.

Das Judentum ist so weit davon entfernt, die sittliche Würdigkeit von der Übung seiner zeremoniellen Gebote abhängig zu machen, daß es den Frommen, d. h. den Sittlich-Guten aller Völker Anteil an der ewigen Seligkeit verheißt. Aus diesem Grunde hat es auch auf eine großzügige Bekehrungspropaganda verzichtet, wiewohl es dem Proselyten, der freiwillig und ohne Nebenabsichten kommt, die Aufnahme nicht verweigert. Das Fehlen der eigentlichen Mission im Judentum der letzten zwei Jahrtausende bedeutet kein mangelndes Vertrauen in die Werbekraft des eignen Glaubens, sondern entspricht der Überzeugung, daß die Erfüllung ethischer Forderungen auch außerhalb seiner Kreise möglich ist.

Samson Hochfeld

Quelle: http://www.schechina.org/#Gleichheit_aller_Menschen

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Die Seite "schechina.org" ist eine wahrer Schatz der jüdischen Ethik. Sehr schön zu lesen ist auch:

Neueres jüdisches Schrifttum

Der Text beginnt mit:

1: Nach den Begriffen des wahren Judentums sind alle Bewohner der Erde zur Glückseligkeit berufen. — Moses Mendelssohn: Jerusalem, 1783, S. 170.

Zum Weiterlesen: http://www.schechina.org/
und dann "Gleichheit aller Menschen" etc. anclicken
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BeitragVerfasst am: 20.02.2007, 09:41 Antworten mit Zitat
Makka-Bär
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Anmeldungsdatum: 19.10.2006
Beiträge: 243




"Jüdischen Ethik" - das klingt in meinen Ohren wie quadratische Kreise, aber was soll's: Ich habe da nicht die Definitionsmacht.

Und bei Worten wie "Endziel der Menschheitsentwicklung" wird mir im übrigen schlecht.

Von dem was ich bisher so über das Judentum lesen durfte würde ich das etwas anders formulieren.

Wie auch immer,

mit proselytischen Grüßen,

der Makka-Bär
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Der jüdische Universalismus
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