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Als Juden bezeichnet man die Angehörigen des jüdischen Volks bzw. der jüdischen Religion. Dabei ist jedoch der Begriff "jüdisches Volk" nicht als Nationalität anzusehen; vielmehr sehen sich die Juden nicht nur als Angehörige einer Glaubensgemeinschaft, sondern als das Volk in dem Sinne, dass sie alle Nachkommen ihres Stammvaters Ja'akob sind.
Im historischen Sinne bezeichnet der Begriff nur die Angehörigen des Stammes Juda, einer der zwölf Stämme Israels. Das deutsche Wort "Jude" kommt vom hebräischen j'hudi, was soviel wie "Bewohner des Landes Juda" bedeutet.
Aufgrund der Verwobenheit vom jüdischen Volk und Glauben sowie jüdischer Tradition und Geschichte greifen rein zivilisatorische, ethnische oder religiöse Ansatzpunkte zu kurz, um den Begriff genau zu umschreiben. Im Folgenden werden die heute am häufigsten benutzten Definitionen der Zugehörigkeit zum Judentum kurz aufgezeigt.
Entstehung des Judentums
Als Urvater der Juden gilt Abraham, der wahrscheinlich um 1800 v. u. Z. gelebt hat. Er war wohl der Führer eines westsemitischen Nomadenstammes, der irgendwo zwischen dem Mittelmeer und Mesopotamien lebte. Als Stifter der jüdischen Religion (man nannte sie bis ins ca. 500 Jahrhundert v. u. Z. „israelitische Religion“) gilt Moses (daher auch "mosaische Religion"). Um 1200 v. u. Z. wurden die heutigen Grundaussagen festgelegt. Als eigentlicher Begründer des heutigen Judentums gilt Esra (um 6./5. Jahrhundert v. u. Z.).
Abraham (hebr. אברהם, arab. ابرَاهِيم - Ibrahim) ist eine zentrale Figur des Alten Testamentes bzw. der Hebräischen Bibel, die ihn als Stammvater Israels sieht. Seine Geschichte wird in der Genesis erzählt. Danach lebte er um 1900 v. Chr. und gehört zusammen mit Isaak und Jakob zu den Erzvätern, aus denen der Zwölfstämmebund des Volkes Israel hervorgegangen sein soll.
Sieht man einmal von seiner Vereinnahmung als Stammvater durch das Judentum einerseits und von der Erklärung Abrahams als eine Personifizierung herrschender Verhältnisse andererseits ab, so liegt seine religionshistorische Bedeutung in der Tatsache, dass er das Menschopfer durch ein "pars pro toto" (ein Teil für das Ganze) Opfer, die Beschneidung zu ersetzen sucht. Von Abraham leiten sich aber nicht nur das Judentum, sondern auch der Islam und das Christentum ab. Darum bezeichnet man alle drei auch als abrahamitische Religionen. In ihrem Trialog spielt die Figur des Stammvaters eine große Rolle.
Abraham des AT
Abraham hieß ursprünglich Abram und wird als Vater der monotheistischen Religionen betrachtet. Zusammen mit seinem Vater Terach war er aus Ur in Chaldäa (dem Süden des heutigen Irak) nach Harran (bei Şanlıurfa, Türkei) gewandert. Dort wurde er von Gott berufen und mit seiner kinderlosen Frau Sarai und seinem Neffen Lot in das Land Kanaan geschickt. Hier will Gott aus ihm ein großes Volk machen. Trotz der verheißenen Nachkommenschaft glaubte seine 70-jährige Frau nicht, dass sie ihrem Mann ein Kind gebären könne und gab ihm ihre Magd Hagar, mit der Abram Ismael zeugte.
Gott schloss mit Abraham einen "neuen" Bund, der ein Schisma der Religion darstellt und fordert die Beschneidung. Er gibt Abram und Sarai neue Namen: Abraham und Sara. Als er Abraham ein weiteres Mal erscheint, kündigt er ihm die Geburt eines Sohnes mit Sara an (sowie den Untergang Sodoms). Tatsächlich wird Sara schwanger und gebärt Isaak, als Abraham hundert Jahre alt ist, woraufhin sie Hagar und Ismael verstößt. Die Metapher, nach der Gott Abrahams Glauben auf die Probe stellt, indem er ihm befiehlt, seinen Sohn Isaak zu opfern (Opferung Isaaks), stellt in Wahrheit die Abkehr vom Menschenopfer dar. Der Widder, der anstatt Isaak geopfert wird, wird in der Folge bei Hirtennomaden geopfert. Die Episode gab dem Abraham-Test in der Psychologie, bei der die menschliche Bereitschaft, im Auftrag einer Autorität Unmenschliches zu tun, getestet wird, seinen Namen. Nach dem Tod Saras nimmt sich Abraham Ketura zur Frau, die ihm bis zu seinem Tod sechs weitere Söhne gebar. Das Opfer Isaaks fand angeblich auf dem Berg Gerizim bei Samaria statt, wo in hellenistischer Zeit ein Tempel errichtet wurde.
Begriff in der jüdischen Tradition
Innerhalb der Halacha, den jüdischen Gesetzen und Traditionen, gilt jeder Mensch als Jude, der eine jüdische Mutter hat, unabhängig davon, ob oder wie sehr er die jüdischen Glaubensvorschriften befolgt oder nicht. Dabei ist es Bedingung, dass die Mutter bei der Empfängnis Jüdin nach der Halacha sein muß. Wenn also eine nichtjüdische Frau vor der Geburt des Kindes zum Judentum konvertiert ist, sind die Kinder Juden. Wenn aber eine als Jüdin geborene Frau vor der Geburt der Kinder zu einer anderen Religion konvertiert oder konfessionslos wird, sind die Kinder keine Juden. Außerdem gilt als Jude, wer formell die Konversion zum Judentum (Gijur genannt) vollzogen hat. Einfacher Glaube an die jüdische Religion reicht nicht aus.
Das Prinzip der Halacha wird im Talmud auf die Tora zurückgeführt, weswegen man davon ausgehen kann, dass es schon seit Entstehung des Judentums seine Gültigkeit hat. Dadurch entwickelte sich eine Kultur, die über lange Zeit stabil blieb und den Juden eine eigene Identität bewahrte, obwohl sie über fast zwei Jahrtausende hinweg keinen eigenen Staat, vor allem kein eigenes Staatsgebiet hatten. Ihre Heimat war und ist der ewige Bund Gottes mit Abraham und das an Moses und die anderen Propheten verkündete ewige Gesetz Gottes. Eine gleiche Phase der Diaspora (Zerstreuung) hatte das Volk Israel bereits in der babylonischen Verbannung überstanden. Heimgekehrt nach Jerusalem, begrenzten die Kinder Israels ihre völkische Einheit erneut auf die leiblichen Nachfahren Abrahams, Isaaks und Jakobs (Israels). Damals erreichte der Prophet Esra, dass Juden, die sich mit nichtjüdischen Frauen verbunden hatten, diese und die mit ihnen gezeugten Mischlingskinder verstoßen mussten. |
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