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Mythen und Religionen, die dem Monotheismus vorangingen
BeitragVerfasst am: 10.12.2005, 15:18 Antworten mit Zitat
angel
angehender Stammuser
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Anmeldungsdatum: 23.10.2005
Beiträge: 214
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Ich lese gerade das Buch "Isha" von Pauline Bebe. Darin ist auch die Geschichte von Lilith, die wiederum mit der Göttin Inanna verknüpft ist.

Entsprechungen der Inanna

Die sumerische Inanna ist gleich der akkadischen Ishtar, der ugaritischen ’Attart, der hebräischen Ashera, der moabitischen ’Ashtar und der phönikischen Astarte (BELLINGER, 212).

Bei den Hethitern war sie als Inaras bekannt. Sie soll auch Vorbild der phrygischen Nanna (oder Nana, Anna) sein, der jungfräulichen Mutter des Frühlingsgottes Attis, im Norden sei sie Braut Baldurs gewesen, im Christentum soll ihre Entsprechung Anna sein, der Mutter Mariä, die den Jesus gebar (WALKER, 440f.).

Inanna, auch Innin oder Ninsianna, war die wichtigste sumerische Göttin. Ihre heilige Stadt war Uruk, das heutige Warka, in der Bibel Erech. Der ihr geweihte Tempel (Zikkurat) hieß Eanna. Bei den Babyloniern war sie später als Ishtar bekannt. Sie galt als beliebteste Göttin bei den Sumeren.

In Uruk galt sie als Tochter des Himmelsgottes An, in anderen Mythen erscheint sie als Tochter des Mondgottes Nanna und der Mondgöttin Ningal.

In der sumerischen Mythologie sind besonders ihre Auseinandersetzugen mit Enki, ihre heilige Ehe mit Dumuzi und der damit zusammenhängende Abstieg in die Unterwelt zu ihrer Schwester Ereschkigal bemerkenswert.

In Babylon wurde Inanna mit Ishtar gleichgesetzt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Inanna

Hier ist aus feministischer Sicht eine Beschreibung dazu:
Zitat:
Sie war die Königin über eine Stadt namens Uruk, nicht weit landeinwärts gelegen. Inannas Palast hiess Fanna - "Haus des Himmels".

Inannas Vater Enki hortete in seinem Palast einen Schatz: Kisten und Kasten voller kostbarer Mes, über die er eifersüchtig wachte, das waren zauberische Amulette, die die Eigenschaft besassen, ihrer Trägerin oder ihrem Träger unbeschränkte Macht über Himmel und Erde zu verleihen.

Das Wort Me bedeutet vermutlich "Mutterweisheit" - die Göttin und Urmutter Nammu hatte es ihrem ältesten Sohn übergeben. Ähnlich klingende Worte sind das Sanskritwort medha, "weibliche Weisheit", für den gleiche Begriff benutzt das Ägyptische met. Wie auch das griechische meter ("Mutter") bedeutet der Begriff überdies ein dezimales Rechensystem (vgl. Metrik, Meter). Weiter meint Me "die magische Macht des Schicksals, religiöse Inspiration und Heilmagie" (vgl. Medizin). Viele Göttinnen-Namen enthalten die Silbe Me in ihrem Namen: Medea, Medusa, Metis, Mene, Maat und auch Demeter.

Enki und Inanna fangen zu tafeln und zu bechern an. Aber Inanna bleibt auf der Hut. Sie nippt nur an ihrem Pokal, ist aber dabei eine fröhliche Gästin und schenkt ihrem Vater immer eifrig nach, bis dieser sturzbetrunken ist und seiner geliebten Tochter am liebsten die ganze Welt schenken möchte. Er wirft ihr die Schlüssel zu seiner Schatzkammer über die Tafel und ruft: "Im Namen meiner Macht, der heiligen Inanna, meiner Tochter, will ich die göttlichen Mes schenken!"

Er schenkt ihr also die Mes und Inanna nimmt sie an.

Mithilfe ihrer Fährfrau & Freundin Nin-Shubur laden sie alles in ihr Himmels-Schiff.

Als Enki jedoch wieder nüchtern ist, bedauert er, dass er Inanna die me-Kräfte geschenkt hat. Er versucht, sie ihr wieder abzunehmen. Sie ist sehr erzürnt darüber, dass ihr Vater sein Wort nicht hält/halten will: "Mein Vater hat nicht Wort gehalten! Er hat seinen Eid verletzt - sein Versprechen gebrochen! In betrügerischer Absicht sprach mein Vater mit mir! [..]"

Nin-Shubur, Königin des Ostens, durchschneidet die Luft mit ihrer Hand und stößt einen erderschütternden Schrei aus. Die Geschöpfe, die Enki geschickt hatte, um Innana die me-Kräfte zu rauben, werden damit mit einem Handstreich zurückgeschickt. So rettete sie das Boot für Innana - insgesamt sechsmal.

Enki gibt schließlich auf und findet sich damit ab. Er spricht zu Inanna: "Die Me, die du mitgenommen hast sollen im heiligen Schrein deiner Stadt verbleiben. […] Auf dass es den BewohnerInnen deiner Stadt wohlergehe. Auf dass die Kinder von Uruk sich freuen mögen..."

Inanna und ihre Gefährtin Nin-Shubur sind schließlich in Uruk angelangt und wie sie die Me-Kräfte aus ihrem Himmelsboot ausladen, sehen sie, dass nun noch mehr Me-Kräfte, als sie ursprünglich eingeladen hatten, dabei waren:
z.B. die vollkommenen Ausführung der Me, die Tigi- und Lilis-Trommeln, die Ub-, die Meze- und die a la-Tamburine, die Kunst der Frauen, und noch vieles mehr!"

Quelle: http://www.frauenwissen.at/inanna.php

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Hat sich jemand von Euch damit schon einmal beschäftigt bzw. kennt jemand das Buch "Das Patriarchat" von Gerda Lerner, das den Transformationsprozeß einer egalitären matrizentrierten Gesellschaft in das noch heute vorherrschende Patriarchat thematisiert?
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Re: Mythen und Religionen, die dem Monotheismus vorangingen
BeitragVerfasst am: 20.04.2008, 11:14 Antworten mit Zitat
emporda
Neuling
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Anmeldungsdatum: 20.04.2008
Beiträge: 5




angel hat folgendes geschrieben:
Die sumerische Inanna ist gleich der akkadischen Ishtar, der ugaritischen ’Attart, der hebräischen Ashera, der moabitischen ’Ashtar und der phönikischen Astarte (BELLINGER, 212).

Bei den Hethitern war sie als Inaras bekannt. Sie soll auch Vorbild der phrygischen Nanna (oder Nana, Anna) sein, der jungfräulichen Mutter des Frühlingsgottes Attis, im Norden sei sie Braut Baldurs gewesen, im Christentum soll ihre Entsprechung Anna sein, der Mutter Mariä, die den Jesus gebar

Die Entwicklung in 77 Generationen von der Schöpfung bis zum Messias (Moses 5) bei Lebenszeiten über 900 Jahren ist Unsinn. Im Lukas Evangelium sind es 57 Generation bis Abraham, im Matthäus Evangelium dagegen nur 41. Das Zeugungsalter dürfte auch bei hohem Alter um 15 - 25 Jahren liegen, die mittlere Lebenserwartung bei erwa 35 Jahren. Lebenszeiten über 50 sind selten und über 80 extreme Ausnahmen. Die biblische Generationsfolge deckt nur einen Zeitrahmen bis 1300 v.C. - 2000 v.C. und paßt in die 11. bis 20. Dynastien der Pharaonen.

Thutmosis III aus der 18. Dynastie führt um 1430 v.C. Kriege gegen Megiddo und die phönizischen Hafenstädte. Echnaton herrscht 100 Jahre später über Judäa und Jerusalem, Ramses III kämpft 1177 v.C. gegen die Seevölker (Meshwesh). Nach dem Papyrus Harris mit einer Länge von 41 m mit 1500 Zeilen in Hieratisch siedelt er die Seevölker der Peleset (Philister) und Zeker an der Nordgrenze des Reiches in Canaan an. Vergeblich, der Landstrich wird zum Zankapfel zwischen Ägypten, Hethitern und Syrien und kommt auf Jahrhunderte unter assyrisch-babylonischen Einfluß. Die Seevölker sollen aus dem Ägäisraum kommen, Ramses II nennt sie im Amarna Brief das Volk der Shardana von der phönizischen Küste, Herodot beschreibt sie 1000 Jahre später als wilde Barbaren aus dem Raum Libyen – alles bleibt offen.

Ebla (Tell Mardikh/Syrien) war ein Stadtstaat, der als Siedlung etwa ab 3000 v.C. existierte und im Zeitraum 2500 – 2200 v.C. seinen Höhepunkt hatte. Wahrscheinlich von Sargon König von Akkad die Stadt zerstört, sie erreichte von 1850 – 1600 v.C. erneut Bedeutung um vom Hethiterkönig Hattusilis I zerstört zu werden. Neben Eblaitisch wurde Akkadisch als Sprache genutzt, im Palast finden sich an die 20.000 Keilschrifttafeln, davon etwa 80% in summerischer Keilschrift. Viele Namen in der Bibel gehen auf eblaitische Worte zurück wie adamu /Adam, h’àwa / Eva, Jabal, Abarama/Abraham, Bilhah, Ishmael, Isûrael, Esau, Mika-el, Mikaya, Saul, David usw.

Ugarit heute Ras Shamrah/Syrien nahe Latakia war ein Stadtstaat mit einer wirtschaftlichen Blütezeit von 1400 v.C. bis zur Zerstörung durch ethnisch unbekannten Seevölker im Jahr 1192 v.C., die laut Keilschrifttafel mit 6 Kriegschiffen gelandet sind. Der Tag ist exakt durch eine Sonnenfinsternis bekannt. Grabungen in Ugarit weisen auf erste Siedlungsreste ab 7000 v.C. Eine ugaritische Herrscherfolge von 31 Königen ist bekannt beginnend um 1850 v.C. Ugarit arrangiert sich mit den Großmächten, unterhält Kontake mit nordägyptischen Hyksos, König Niqmaddu II heirate um 1400 v.C. ein ägyptische Prinzessin, leistet später trotzdem den Hethitern unter Suppiluliuma I Tribut. Die Vereinbarungen wurden in Akkadisch geschrieben.

Der ugaritische Hauptgott El geht in die biblischen Genesis 2 als Schöpfer der Welt ein, er gilt in Ugarit als Schöpfer aller Dinge, ist der Vater aller andern Götter, paart sich beliebig mit Frauen und wird als alter Mann mit Rinderhörnern dargestellt. Weitere ugaritische Götter sind Yamm, Dagan, Mot, Anath, Kothar, Baal (Sohn von El) und die Göttin Asherah (Frau von El), die vom Frauenfeind Luther aus der hebräischen Mythologie getilgt wird. Ugaritische Götter, Gebete, Mythen, Rituale und sogar Texte werden in den hebräischen Tanach übernommen wie etwa das goldene Kalb des Moses. Die ugaritischern Götternamen El Shaddai, El Elyon und El Berith werden zum hebräischen Gott Jahwe umgedeutet. Die umfangreichen ugaritischen Erzählungen und Mythen haben erheblichen Einfluß auf die canaanitische Kultur und Mythen, was bis zur Entdeckung Ugarits vor nur 75 Jahren die Mehrzahl von Bibeldeuter vehement bestritt.

Der ugaritische Hauptgott El geht in die biblischen Genesis 2 als Schöpfer der Welt ein, er gilt in Ugarit als Schöpfer aller Dinge, ist der Vater aller andern Götter, paart sich beliebig mit Frauen und wird als alter Mann mit Rinderhörnern dargestellt. Weitere ugaritische Götter sind Yamm, Dagan, Mot, Anath, Kothar, Baal (Sohn von El) und die Göttin Asherah (Frau von El), die vom Frauenfeind Luther aus der hebräischen Mythologie getilgt wird. Ugaritische Götter, Gebete, Mythen, Rituale und sogar Texte werden in den hebräischen Tanach übernommen wie etwa das goldene Kalb des Moses. Die ugaritischern Götternamen El Shaddai, El Elyon und El Berith werden für den hebräischen Gott Jahwe benutzt. Die umfangreichen ugaritischen Erzählungen und Mythen haben erheblicne Einfluß auf die canaanitische Kultur und Mythen, was bis zur Entdeckung Ugarits vor nur 75 Jahren die Mehrzahl von Bibeldeuter vehement bestritt.
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