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| Anmeldungsdatum: 04.02.2006 |
| Beiträge: 67 |
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Liebe muriel,
ich habe erst jetzt diese Texte gelesen, deshalb kommt mein Beitrag etwas spät.
| muriel hat folgendes geschrieben: |
Hallo ihr zwei,
Ich lese gerade auch drei Bücher von Pinchas Lapide (hab dir das ja schon erzählt, Ismael):
- Der Jude Jesus (Juhu, das hast du auch gelesen, Ismael, ich hab's leider noch nicht angefangen, kommt aber noch)
- Jesus - ein gekreuzigter Pharisäer?
- Paulus. Zwischen Damaskus und Qumran. Fehldeutungen und Übersetzungsfehler (mit dem bin ich schon durch)
(Außerdem hat auch Schalom Ben-Chorin zu den beiden Persönlichkeiten geschrieben.)
Die Bücher richten sich aber - logischerweise - mehr an Christen als an Juden. |
Dem "normalen" Christen fehlt das Hintergrundwissen. Es wird sehr selten von den Theologen vermittelt.
Deshalb sind Bücher, die wirkliches Hintergrundwissen vermitteln, für Christen sehr wichtig.
| Zitat: |
Schwierig finde ich es, eine persönliche Konsequenz daraus zu ziehen. Das passt jetzt vielleicht nicht so gut in ein jüdisches Forum, aber in ein christliches eben leider auch nicht.
Bei mir weckt das nämlich einige lebensnahe Fragen und wirft mir Probleme auf: Was, wenn man plötzlich herausfindet, dass das Buch, an das man glaubt, eigentlich ein (wenn auch verworfenes) jüdisches Buch ist? Wenn man sieht, dass man vieles vor einem ganz anderen Hintergrund interpretieren muss? Wie geht man damit im eigenen Leben um?
Gruss, muriel |
Ich kann Dein Problem verstehen, denn ich kenne diese Situation.
Vieles, was einem vorher wichtig war, sieht man jetzt in einem ganz anderen Licht.
Es ist nicht einfach für sich eine Entscheidung zu treffen.
Mir hat dabei eine Aussage von Martin Buber geholfen.
Schalom Ben-Chorin schreibt in seinem Buch: Zwiesprache mit Martin Buber, im Kapitel: Gespräche mit Deutschen, Seite 169
Heute war ich bei Buber und habe ihm von meiner Gruppen- und Vortragsreise durch Deutschland erzählt. Als ich ihm berichtete, dass ich vielen, vor allem jüngeren Menschen in Deutschland begegnet sei, die zum Judemtum konvertieren wollten, so einer ganzen Gruppe von solchen Kanditaten in Hamburg, sagte er:
"Ich lehne das ab. Jeder muss in dem Exil verbleiben, in das G'tt ihn geschickt hat. Alle Religionen sind Exile, aber Exile, in die G'tt uns geschickt hat."
Ich sehe das Christentum jetzt mit anderen Augen und stelle vieles in Frage.
Aber vielleicht können wir durch unser Hintergrundwissen helfen, dass die biblischen Texte jetzt ganz anders verstanden werden können.
Liebe Grüße
Rosemarie |
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