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David Irving
BeitragVerfasst am: 17.01.2006, 15:52 Antworten mit Zitat
Schoschana
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Zitat:
Der Zocker mit dem Hakenkreuz

Der britische Historiker und Holocaust-Leugner David Irving bereitet sich in einem Wiener Gefängnis auf seinen Prozessauftritt vor - die letzte Provokation des spleenig-bösen Hitler-Bewunderers?


Der ganze, ziemlich lange Artikel ist zu finden unter: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,395299,00.html
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BeitragVerfasst am: 17.01.2006, 20:20 Antworten mit Zitat
Anita Spira
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Ja, danke Schoschana, das las ich auch. Dabei war Irving in den 60Jahren ein Historiker internationalen Ranges, bis er in den 70/80gern die Seiten wechselte.
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BeitragVerfasst am: 17.01.2006, 21:27 Antworten mit Zitat
Schoschana
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Anita Spira hat folgendes geschrieben:
Ja, danke Schoschana, das las ich auch. Dabei war Irving in den 60Jahren ein Historiker internationalen Ranges, bis er in den 70/80gern die Seiten wechselte.


Wie findest Du denn den Artikel?

Ich find ihn sehr relativierend, im Stil von: Ist ja alles nicht so schlimm, der Herr will nur provozieren. Damit habe ich Mühe.
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BeitragVerfasst am: 17.01.2006, 22:13 Antworten mit Zitat
H.
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Wie findest Du denn den Artikel?

Ich find ihn sehr relativierend ...


???

Ich hab' ihn nur überflogen.

Aber mich über die Biestigkeit gefreut. Und das beim Spiegel...

=====

Ist ja alles nicht so schlimm ...

Es ist lang her, Schoschane. Lang...
Und was vorbei ist, ist vorbei.
Und über Gräber weht nur der Wind.

Lacht der wind in korn, lacht un lacht un lacht
lacht erab a teg an ganzer, mit a halbe nacht

(Sorry, aus dem Gedächtnis)
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BeitragVerfasst am: 17.01.2006, 22:43 Antworten mit Zitat
Anita Spira
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Schoschana hat folgendes geschrieben:
Anita Spira hat folgendes geschrieben:
Ja, danke Schoschana, das las ich auch. Dabei war Irving in den 60Jahren ein Historiker internationalen Ranges, bis er in den 70/80gern die Seiten wechselte.


Wie findest Du denn den Artikel?

Ich find ihn sehr relativierend, im Stil von: Ist ja alles nicht so schlimm, der Herr will nur provozieren. Damit habe ich Mühe.


an sich sehe ich das auch so, Schoschana. Ist halt typischer Spiegel, der sich (inoffiziell natürlich) als linkes politisches Blatt verstanden haben möchte und doch nie zu weit rechts stand, um auch von der Mitte akzeptiert zu werden.

Irving ist aber am Ende, nur was bringt das?
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BeitragVerfasst am: 17.01.2006, 22:56 Antworten mit Zitat
muriel
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Mal ganz abgesehen davon, wie der Artikel ist... und den moralsch schrecklichen Aspekt mal nur ganz kurz ausgeblendet für eine Frage der Logik....
ich habe von diesem Irving noch nie vorher was gehört und die erste Frage, die mir durch den Kopf ging, war: Glaubt der eigentlich, was er da sagt? Wenn man dann noch liest, dass er Historiker war und dazu noch das dritte Reich jahrzehntelang sein Hauptthema war, kann da eigentlich kein Zweifel aufkommen, dass er es wohl nicht glaubt. Aber warum sagt er es dann? Irgendwie ist das doch gar nicht logisch. Oder hab ich da was verpasst.
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BeitragVerfasst am: 17.01.2006, 23:15 Antworten mit Zitat
Schoschana
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Anita Spira hat folgendes geschrieben:

an sich sehe ich das auch so, Schoschana. Ist halt typischer Spiegel, der sich (inoffiziell natürlich) als linkes politisches Blatt verstanden haben möchte und doch nie zu weit rechts stand, um auch von der Mitte akzeptiert zu werden.

Irving ist aber am Ende, nur was bringt das?


Mir ist der Spiegel ja grundsätzlich ein wenig suspekt. Seine Israel-Berichterstattung ist nicht unbedingt das, was ich als ausgewogen bezeichnen würde. Aber ab und zu gibt's auch ganz gute Artikel, nur würde ich diesen hier nicht dazu zählen.



@H.
Zitat:
Es ist lang her, Schoschane. Lang...
Und was vorbei ist, ist vorbei.
Und über Gräber weht nur der Wind.


Ich sehe das nicht so.

Lange her ist es schon gar nicht. Vor allem nicht, so lange es noch Überlebende gibt. Ich bin nun mal der Ansicht, dass die Schoah kein geschichtliches Ereignis ist, bei dem man darüber streiten kann, ob es stattgefunden hat oder nicht. Und die Verneinung der Existenz von Gaskammern ist für mich keine Meinung, die man halt eben mal so hat.



@Muriel

Irving ist schon ein ziemlich bekannter Holocaustleugner; Leuten, die sich mit dem Thema befasst haben, ist er wohl ein Begriff. Und was Du schreibst, stimmt schon:

Zitat:
Wenn man dann noch liest, dass er Historiker war und dazu noch das dritte Reich jahrzehntelang sein Hauptthema war, kann da eigentlich kein Zweifel aufkommen, dass er es wohl nicht glaubt.


Darum zweifle ich ja daran, dass es blosse Provokation ist.
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BeitragVerfasst am: 18.01.2006, 13:17 Antworten mit Zitat
H.
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@ Schoschana

Ich sehe das nicht so.
Lange her ist es schon gar nicht. ...


Ich seh' das auch nicht so. Aber zumindest ansatzweise wohl der Spiegel.

LG, H.
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BeitragVerfasst am: 18.01.2006, 16:18 Antworten mit Zitat
muriel
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@Schoschana,
Ich habe mich eben gefragt, was er denn davon hat, denn es gibt nicht so viele Gründe, warum jemand sowas sagen könnte. Gründe, die ich mir vorstellen könnte sind z.B. Dummheit (jemand glaubt das wirklich, dass der Holocaust nie stattgefunden hat), das schliessen wir ja in diesem Fall aus. Dann wären andere Gründe Profitgier (da skandalös) oder Popularität (bei seinen Nazi-Freunden). Er hatte aber vorher mit seinen Büchern sicher en gutes Einkommen und war auch sehr populär, mehr als danach. Also hat er doch eigentlich keinen logischen Grund dafür.
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BeitragVerfasst am: 18.01.2006, 16:49 Antworten mit Zitat
Schoschana
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H. hat folgendes geschrieben:
@ Schoschana

Ich sehe das nicht so.
Lange her ist es schon gar nicht. ...


Ich seh' das auch nicht so. Aber zumindest ansatzweise wohl der Spiegel.

LG, H.


Oh, entschuldige, dann hab ich mal wieder was nicht kapiert. Embarassed



@Muriel:

Die Gründe, die ihn dazu bringen, solche Aussagen zu machen, würden mich auch interessieren. Gerade als angehende Historikerin kann ich das überhaupt nicht nachvollziehen.

Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand wider besseres Wissen solche Behauptungen von sich gibt, nur aus Profitgier oder Provokationslust. Jedoch kann ich mir auch nur schlecht vorstellen, wie ein Historiker ernsthaft der Meinung sein kann, dass die Gaskammern von Auschwitz nie existiert haben.

Schlussendlich, denke ich, werden wir die wahren Beweggründe wohl nie erfahren.
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BeitragVerfasst am: 18.01.2006, 17:09 Antworten mit Zitat
muriel
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@Schoschana
Zitat:

Schlussendlich, denke ich, werden wir die wahren Beweggründe wohl nie erfahren.

Ja, das ist wohl leider so.
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BeitragVerfasst am: 18.01.2006, 18:15 Antworten mit Zitat
H.
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@ Schoschana

Oh, entschuldige, dann hab ich mal wieder was nicht kapiert.

Du hast eine wirklich nette Art, mir meine bisweilen schludrigen Formulierungen unter die Nase zu reiben Wink

Noch was zu Irving (wiki verblüfft mich immer wieder):
http://de.wikipedia.org/wiki/David_Irving

1996 verklagte Irving die US-amerikanische Religionswissenschaftlerin Deborah Lipstadt in Großbritannien wegen Verleumdung. Lipstadt hatte ihn in einem Buch als „einen der gefährlichsten Holocaustleugner“ bezeichnet. Irving verlor diesen Prozess im Jahr 2000. Von den Gutachtern wurden Irving zahlreiche Verfälschungen von Quellen nachgewiesen. Er wird im Urteil des Londoner High Court als „Lügner“, als „Rassist“ und als „Antisemit“ bezeichnet. Ein gegen das Urteil angestrengtes Berufungsverfahren scheiterte im Jahr 2001.

Wenn ich mich richtig an die Berichterstattung über den letzten Prozeß erinnere, ist Irving seitdem ziemlich pleite. Womöglich bringt der Ausflug nach Österreich die nötige publicity...

Den Wiki-Artikel finde ich mit Blick auf die Entwicklung Irvings ganz interessant. (Besonders den Abschnitt über Dresden Very Happy )

=====

@ Muriel

Er hatte aber vorher mit seinen Büchern sicher en gutes Einkommen und war auch sehr populär, mehr als danach.

Nix gegen Deinen Optimismus - aber ich fürchte, seine Popularität steht in direktem Zusammenhang mit seinem Engagement für die "armen verfolgten Deutschen". Im Grunde bleibt er sich treu: Von "Dresden" bis zur Shoah.

LG, H.
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BeitragVerfasst am: 18.01.2006, 18:52 Antworten mit Zitat
muriel
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@H.
Zitat:

Nix gegen Deinen Optimismus - aber ich fürchte, seine Popularität steht in direktem Zusammenhang mit seinem Engagement für die "armen verfolgten Deutschen". Im Grunde bleibt er sich treu: Von "Dresden" bis zur Shoah.

Sorry, aber ich kann dir irgendwie nicht folgen. Kannst du's noch mal anders formulieren?
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BeitragVerfasst am: 18.01.2006, 19:18 Antworten mit Zitat
Schoschana
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H. hat folgendes geschrieben:
@ Schoschana

Oh, entschuldige, dann hab ich mal wieder was nicht kapiert.

Du hast eine wirklich nette Art, mir meine bisweilen schludrigen Formulierungen unter die Nase zu reiben Wink


*räusper*

Ich habe schon ganz zu Beginn meiner Forenkarriere hier gemerkt, dass ich ab und zu ein wenig Mühe habe, Ironie zu verstehen bzw. Aussagen korrekt einzuschätzen. Das hat nichts mit einer "schludrigen" Formulierung zu tun, keine Angst. Wink
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BeitragVerfasst am: 18.01.2006, 20:20 Antworten mit Zitat
H.
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@ muriel

Wenn ich den Beitrag in wiki ( http://de.wikipedia.org/wiki/Luftangriffe_auf_Dresden / "Irving" suchen) richtig verstehe, bedient Irving schon in seinem Buch über die Luftangriffe auf Dresden das unterschwellige Bedürfnis, den "jüdischen Opfern" "deutsche Opfer" gegenüber zu stellen. Je mehr, desto besser.

(Eine der vielen beliebten Möglichkeiten halt, die Shoah zu relativieren)

Insofern sehe ich keinen Bruch in seiner publizistischen Karriere.

Ich hoffe, so ist's verständlicher.

LG, H.
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David Irving
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