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| Anmeldungsdatum: 22.10.2005 |
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Für die rund drei Millionen überschuldeten Haushalte in Deutschland gibt es nach Ansicht von Experten meist nur wenig Hoffnung auf ein schuldenfreies Leben. Es klaffe eine riesige Lücke zwischen der Zahl überschuldeter Haushalte und der Zahl derjenigen, die den Weg aus der Überschuldung finden, erklärten Deutscher Caritasverband, Diakonisches Werk, Deutsches Rotes Kreuz und der Bundesverband der Verbraucherzentralen bei der Vorstellung des "Schuldenreports 2006".
Nur jeder Zehnte nutzt Privatinsolvenz
Zwar gebe es seit 1999 das Verbraucherinsolvenzverfahren, mit dem überschuldete Haushalte ihre Schulden abbauen können. Doch habe nicht einmal jeder zehnte der betroffenen Haushalte bisher einen Antrag auf Restschuldbefreiung gestellt. Nach Auffassung der Verbände ist das Verbraucherinsolvenzverfahren gerade für die Ärmsten der Armen zu bürokratisch und langwierig. Zudem habe wegen unzureichender Mittel nur jeder achte Überschuldete überhaupt Zugang zu der im Gesetz vorgeschriebenen Schuldnerberatung. Auch müsse das Recht auf ein Girokonto gesetzlich verankert werden, verlangten die Verbände.
Fallzahl seit 1993 verdoppelt
Mit 3,13 Millionen überschuldeter Haushalte habe sich die Zahl seit dem ersten "Schuldenreport" 1993 mehr als verdoppelt. Jeder zwölfte deutsche Haushalt sei damit zahlungsunfähig. Zusätzlich gelte rund eine halbe Million Haushalte als akut überschuldungsgefährdet. Ihr Monatsbudget reicht gerade noch, um ihren wiederkehrenden Zahlungspflichten nachzukommen, nicht jedoch, um die Schulden dauerhaft abzubauen. Die hohe Zahl führten die Verbände vor allem auf die hohe Arbeitslosigkeit zurück, in Einzelfällen aber auch auf kritische Lebensereignisse wie Trennung vom Lebenspartner oder gescheiterte Selbstständigkeit.
Schuldenfalle als Massenphänomen
"Das Risiko der Überschuldung ist mehr denn je zum konkreten Risiko für breite Bevölkerungsschichten geworden", kritisierten die Verbände und forderten von der Bundesregierung die Einsetzung einer Arbeitsgruppe, die eine "Agenda gegen Überschuldung" erarbeiten müsse. Die wichtigsten Maßnahmen seien unter anderem ein Ausbau der Schuldnerberatung sowie eine sozialverträgliche Reform des Insolvenz- und Kontopfändungsrechts.
In den alten Ländern ist die durchschnittliche Schuldenhöhe mit 10.000 bis 50.000 Euro deutlich höher als in Ostdeutschland, wo die Mehrheit der betroffenen Schulden zwischen 2500 und 10.000 Euro hat.
Stand: 15.02.2006 14:49 Uhr
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5240766_TYP6_THE_NAV_REF4_BAB,00.html |
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