| Ecclesiastes |
| angehender Stammuser |



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| Anmeldungsdatum: 05.01.2006 |
| Beiträge: 136 |
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Was für 'ne blöde Überschrift, mag man denken, allein - die Auguren wissen: Platon ist gemeint.
Ganz im Gegensatz zur landläufigen Meinung war Platon absolut nicht platonisch, sondern fest im hier und damals verankert.
Und - ganz im Gegensatz zu den heutigen Philosophen: die Mächtigen bemerkten ihn - und schätzten ihn, eh, manchmal.
Seine Staatsphilosophie der drei Klassen - Arbeiter, Bürger und Regierende - fand viel Zuspruch, soviel, dass er eine Einladung von Dionys I bekam, nach Syracuse auf Sizilien - eines der Zentren der damaligen Kulturwelt - zu kommen, um seine Ideen in die Tat umzusetzen.
Wie sich alsbald heraussstellte, hatten die Vorleser dem Dionys jene Stelle verschwiegen, in welcher Platon beschrieb, wie er die Mächtigen im Zaum halten wollte: Dadurch, dass sie Zeit ihres Lebens in Askese auf ihre hohen Ämter vorbereitet und in Askese diese Ämter auch bekleiden sollten. Sie sollten eine neue Rasse sein: Verständnisvolle Machthaber mit dem unbedingten Wunsch zur Wohlfahrt der Regierten.
Nun, als Platon dem Dionys diese Gedanken unterbreitete, entdeckte jener unverzüglich seine eigene philosophische Kompetenz, welche ihn sicher sein liess, dass die Sache mit den Machthabern ganz anders war. Da aber Platon nicht nur sein System behalten wollte, sondern sich auch noch als selbst vom Dionys unbelehrbar erwies, trennte man sich nach einiger Zeit - mit einigen Falten im Gesicht.
Dionys bewies daraufhin, dass die Betonung bei einer Bezeichnung für ihn eher Primus als inter pares war und wusste es einzurichten, dass der Rückweg des Platon nach Hause über einen Sklavenmarkt führte, auf welchem sich Platon unversehens als Sonderangebot angepriesen fand. Der Exkursion eines seiner Freunde, der zufällig vorbeischaute und ihn sogleich kaufte, hat Platon zu verdanken, dass er seine Reise fortsetzen konnte.--------
Wie wir sehen können, war die Philosophie nicht immer blutleeres herumgedenke, sondern saftig und kräftig mitten im Leben. Die Geschichte von Platon ist noch nicht zu Ende, vielleicht erzähle ich sie mal weiter. Irgendwann.
ecc |
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