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Aviva-Forum » Religion allgemein » Fernsehsendung: "Glaube - zwischen Lebenshilfe und Wahn
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Fernsehsendung: "Glaube - zwischen Lebenshilfe und Wahn
BeitragVerfasst am: 17.03.2006, 17:41 Antworten mit Zitat
muriel
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Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 376




Ich schreib die Fernsehsendung mal hier rein und nicht unter Fernsehen, weil's wahrscheinlich nicht jeden interessiert.

Südwest Fernsehen:

NACHTCAFé - Gäste bei Wieland Backes http://www.swr.de

Aktuelle Sendung am Freitag, 17. März 2006 22.00 Uhr "Glaube - zwischen Lebenshilfe und Wahn"


Die Einen können nicht mit dem Glauben leben, die Anderen nicht ohne ihn. Glaube und Spiritualität sind sehr persönliche Angelegenheiten. Viele Menschen können in der Hinwendung zu Gott ihr Leben besser meistern und Schicksalsschläge leichter ertragen. Für Andere ist der Glaube Verblendung oder sogar eine Gefahr. Immer wieder mündet religiöser Fanatismus in Krieg, Terror und schrecklichem Leid. Gleichzeitig trägt zum Beispiel die christliche Kirche als Institution weltweit mit ihren karitativen Einrichtungen dazu bei, Menschen in Not zu helfen. Wie viel Glaube brauchen wir? Wie viel tut uns gut? Wo verläuft die Grenze zwischen Frömmigkeit und Wahn? Und wie tolerant muss man Andersgläubigen gegenüber sein?

Unsere Gäste in der Sendung:

Bruder Paulus Terwitte, Kapuzinermönch
Michael Schmidt-Salomon, bekennender Atheist
Sabine Müller, war bei den "Zeugen Jehovas"
Elke Meister, lebte im katholischen Fürsorgeheim
Rosi Gollmann, "Mutter Theresa Deutschlands"
Reza Hajatpour, ehemaliger Mullah
Michael Geymeier, vom Wohnungslosen zum Heilsarmeoffizier
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Re: Fernsehsendung: "Glaube - zwischen Lebenshilfe und
BeitragVerfasst am: 20.04.2008, 11:08 Antworten mit Zitat
emporda
Neuling
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Anmeldungsdatum: 20.04.2008
Beiträge: 5




muriel hat folgendes geschrieben:
Die Einen können nicht mit dem Glauben leben, die Anderen nicht ohne ihn. Glaube und Spiritualität sind sehr persönliche Angelegenheiten.

Glauben bedeutet immer Kritik abzuwehren, zu verdammen und Kritik anzugreifen ohne auf deren Inhalt einzugehen – weil demjenigen die geistige Potenz fehlt oder/und reale Fakten zu fiktiven Inhalten als Argument nicht zur Verfügung stehen. Komplexe Zusammenhänge sind nur zu verstehen, wenn man nüchtern darüber urteilen kann ohne emotional involviert zu sein. Gläubige sind geistig zu unflexibel um die Positionen beider Seiten einzunehmen und so Kritik zu verstehen. Glauben ist nicht die Folge schwacher Kritikfähigkeit, sondern die Ursache dafür. Gläubige der werfen der Gegenseite mangelnde Flexibilität vor, mit diesem Trick arbeiten Sekten und geschlossene Denksysteme. Wenn Glauben nur verstanden werden kann, wenn kritiklos daran geglaubt wird, dann ist es Hokuspokus oder Gehirnwäsche. Wie definiert Papst Ratzinger in einem Dokument der RKK „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimt, der...Drohung, Drohung, Drohung“. Allein damit demaskiert sich ein weit verbreiteter Glaube als hirnloser Humbug.

Der psychologische Kern jeder Missionierung ist durch ihre Primitivität nachvollziehbar. Du, Gläubiger, kommst in mein fiktives Himmelreich und entgehst so meiner fiktiven Hölle - bist damit ein Auserwählter - wenn du uns auf Erden großzügig unterstützt. Gottes Gnade muss teuer bezahlt werden. Ob es um Münzen im Klingelbeutel oder das verwaiste Eigentum von 440.000 vertriebenen und ermordeten Hugenotten geht, das ist nur eine Frage des Maßstabs. Das ist das Kerngeschäft von Macht oder einem Gott gefälligen Leben. Geschichtlich gesehen ist es somit gottgefällig alle Ungläubigen zu vernichten, denn Angst vereint und diszipliniert jede Gruppe.

Genozide und Ethnozide beherrschen die Religionsgeschichte aller Zeiten. Das Machtmotiv der „heiligen“ psychopathologischen und/oder soziopathischen Personen des Alten Testaments entgleist oft in paranoide Mordlust und/oder soziopathische Perversionen, die besonders dem biblischen Gott zu eigen ist und als dessen allmächtige Eigenschaft von der blinden Masse verherrlicht wird. Ereignisse der letzten Jahrzehnte haben eindeutig bewiesen, wie gefährlich religiöse und sekuläre Gruppen für Anhänger und Menschen unter ihrem Einflußbereich sind. Gehirnwäsche, Mishandlungen, Vergewaltigungen, Selbstmorde, paramilitairisches Training, Waffenschmuggel, Einflussnahme auf Regierungen, internationaler Terrorismus und andere Verbrechen werden Anführern und Mitgliedern dieser Sekten begründet zugeschrieben.

Kreationistische Gruppen, Sekten und anerkannte Amtskirchen unterscheiden sich nur in ihrer soziologischer Definitionen, Unsitten wie sexuelle Widerlichkeiten und Abartigkeiten sind in allen Gruppierungen zu finden. Die religiöse Sexuallehre ist vom psychologischen als auch vom psychopathologischen Standpunkt sektiererisch abartig bis krank. Es wäre an der Zeit.derartigen pathologischen Unsinn aus der Erziehung, den Kindergärten, den Vorschulen und den Schulen zu verbannen, was aber den Nachwuchs an einfältigen Gläubigen mindert und den Gotteshausierern Macht und Einkommen nimmt. Das wird deswegen mit vielen Scheinargumenten bekämpft. Die Selbsterhöhung als eine von Gott auserwählte Nation, Gruppe oder Person ist eine paranoide, menschenrechtsfeindliche und hassförderliche Haltung. Diesen Steinzeitkult zu modernisieren scheitert an der Dogmatisierung des Glaubens, der fehlenden Flexibilität und dem Unvermögen der Gläubigen sich über die psychopathologische Zwanghaftigkeit ihres Handelns klar zu werden.

Junge Menschen lernen schnell die Werte und Regeln der Gesellschaft, in der sie leben und erkennen auch wo sie diesem Ansprüch nicht genügen. Zur Bewältigung der Komplexe wird in umgedrehter Rollenverteilung darüber geredet. Wer prahlt wie sehr er seine Frau springen läßt, der hat längst das Zepter abgegeben. Wer prahlt wie wichtig er und wie hilflos der Chef ohne ihn ist, der sortiert allenfalls Akten in der Registratur. Wer mit fundierten Kenntnissen prahlt und mit abstrakten Begriffen um sich wirft, der versagt bei fast allen Wissensprüfungen. Wer ständig auf Menschen mit abweichendem Sexualverhalten schimpft und abstrakte Moralwerte idealisiert, der versagt genau darin und sucht sprachlos um Hilfe. Religiöse Fanatiker mit ihrem primitiven Denkschema urteilen blind nach dem oberflächlichem Gehabe ihrer Gefolgschaft und machen dann diese Leute wegen ihrer Prahlereien als überragende Moralisten zu Leitfiguren.

Nur so ist zu erklären, dass der US-Parteivorsitzende (Tom DeLay) und Bibelmoralist der kriminellen Geldwäsche schuldig wird, dass der US-Senator (Larry Craig) als Kämpfer gegen Homosexualität auf einer Schmuddeltoilette fremden Männern Geld bietet ihm den Pimmel zu lutschen, dass ein US Abgeordneter (Tom Foley) und Aktivist für missbrauchte Kinder mit Minderjährigen im Sex-Chat erwischt wird oder ein politisch tätiger Kirchenführer (Ted Haggard) über Jahre heimlich Callboys unterhält, während zu Hause Frau und Kinder ahnungslos glückliche Familie spielen. Nur so ist es zu verstehen, dass in der RKK etwa zu 60 % der Priester schwul sind und etwa 6 % – 8 % kriminell pädophil. Priester brauchen sich nicht auf Schmuddeltoiletten rumzudrücken, das Angebot an Ministranten, Chorknaben und Wehrlosen ist riesig und ständig neu, notfalls sorgt der Bischof oder Kardinal für Verschwiegenheit und Versetzung. Nach der Glaubenskongreation ist Kirchenrecht höherrangig als Menschenrecht, Grundgesetz, Straf- und Bürgerecht, deswegen hat kein Bischof einen Grund zu bedauern oder sich schuldig zu fühlen.
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BeitragVerfasst am: 19.11.2008, 17:44 Antworten mit Zitat
muriel
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Anmeldungsdatum: 17.01.2006
Beiträge: 376




Hast du mal mit dem Glauben persönlich schlechte Erfahrungen gemacht? Ich finde, du verurteilst das zu pauschal.

Zitat:

Gläubige sind geistig zu unflexibel um die Positionen beider Seiten einzunehmen und so Kritik zu verstehen.

Hier zum Beispiel. Ich glaube nicht, dass man Gläubigen generell absprechen kann, in Sachen Glauben beide Seiten einzunehmen oder nicht kritikfähig zu sein.

Klar gibt es das sehr oft, aber pauschalisieren sollte man da eben nicht.

Ich sag ja auch nicht, Männer sind grundsätzlich nicht zur Kommunikation fähig Razz ... obwohl ich das nach gewissen Kriterien sagen könnte.
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BeitragVerfasst am: 19.11.2008, 19:55 Antworten mit Zitat
Hagbard
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@emporda: "Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen" fällt mir dazu grade ein. Du verurteilst genauso pauschal wie viele religiöse Institutionen, ohne den Kern der Sache überhaupt anzusprechen, den Glauben. Denn gerade hier ist es wichtig zwischen Glauben und (ich sag mal pauschal, da kürzer) "Kirche" zu unterscheiden. Es ist durchaus legitim die meisten "Kirchen" zu verurteilen, da sie teils sehr heuchlerisch (siehe Verdammung der Homosexualität und Kindesmissbrauch in den christlichen Kirchen) und teils auch hasspredigend (bspw. die Hasspropaganda der Rastafari gegen Schwule und Lesben). Daneben gibt es aber auch "Kirchen", wie bspw. die buddhistischen Lehren oder auch der Diskordianismus, die weit toleranter sind und die man so pauschal nicht bewerten kann. Aber um all dies geht es ja letztlich gar nicht, es geht darum, ob Glaube wichtig für die Menschen ist oder ob er allgemein eher zu einem wahnhaften Bild der Welt führt, wobei ich ersteres definitiv bestätigen möchte, denn ansonsten hätte sich die Religion in all ihren Facetten nicht so lange halten können. Es gab immer wieder neue Glaubenssysteme, die teils wirklich neu, teils nur altes neu interpretiert waren, und es wird auch weiterhin immer etwas geben, an dass die Menschen glauben können, denn ohne dies (was auch immer es sein mag, dass darf jeder für sich entscheiden), fiele es sehr vielen Menschen schwer einen Sinn in ihrem Leben auszumachen, sprich der Glaube ist das Ziel, die Lebensaufgabe (d.h. dem eigenen wie auch immer gearteten Glauben entsprechend sein Leben zu gestalten). Selbst Du, der du ja hier einen sehr intoleranten Weg gegenüber Glauben bzw. "Kirchen" einschlägst, scheinst ja wenigsten an die Unsinnigkeit des Glaubens zu glauben (und um mal Watzlawick entsprechend angepasst zu zitieren: "Man kann nicht nicht glauben" ^^). Wobei dies jetzt wohl zu sehr in den philosophischen Bereich führen würde, was mir aber gleich ist Very Happy
Fazit: Der Glaube an und für sich ist etwas nützliches, dennoch liegt es in der Verantwortung des einzelnen Menschen als mündigem Wesen diesen Glauben nicht zu benutzen, um Intoleranz und Hass und Verbrechen zu rechtfertigen (wie es ein großer Teil der "Kirchen" getan hat und weiter tut), sondern ihn als individuellen Lebensinhalt zu begreifen, als (wie oben gesagt) "Lebenshilfe" und nicht dem fanatischen Wahn zu verfallen. Dies allerdings liegt wie gesagt weit ab der Verantwortlichkeit einer religiösen Institution, sondern liegt in der Verantwortung jedes Individuums, welches sich bereit erklärt zu glauben. Hätte es nicht tausende fanatische Christen gegeben, hätte Papst Urban noch so oft "Deus Io vult!" rufen können, es wäre niemand in den Kreuzzug gezogen.
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Fernsehsendung: "Glaube - zwischen Lebenshilfe und Wahn
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