| Martin Buber ... |
| Damit kann ich nichts anfangen, weil ich nicht an Gott glaube |
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| Damit kann ich nichts anfangen, weil mir seine Texte zu umständlich geschrieben sind oder zu theoretisch bleiben |
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| finde ich auch irgendwie eine faszinierende Persönlichkeit |
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| war so toll, dass man es in einem Satz gar nicht ausdrücken kann :-) |
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| Dazu habe ich keine Meinung, weil ich mich noch nicht mit ihm beschäftigt habe |
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| Stimmen insgesamt : 4 |
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Verfasst am: 17.03.2006, 20:28 |
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| muriel |
| Stammuser |



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| Anmeldungsdatum: 17.01.2006 |
| Beiträge: 376 |
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Philosophie? Religion?
Martin Buber wird zu allererst als Religionsphilosph gesehen. Er war aber nicht nur das, sondern zudem auch Bibelübersetzer, lehrte Anthropologie und Soziologie an der Hebräischen Universität von Jerusalem und verfasste nicht zuletzt pädagogische Schriften.
Ich oute mich hier mal als einer seiner Fans und stelle euch einen Text aus dem "Buber-Portal" hier rein.
Eine etwas ausführlichere aber viel bessere Form findet sich allerdings hier (es sind dabei auch Zitate enthalten):
http://www.buber.de/de/vertrauen_dialog.shtml
Leben
Martin Buber wurde am 8.2.1878 in Wien als Kind einer jüdischen Familie geboren; sein Großvater, in dessen Haus in Lwow (Lemberg) in Galizien Buber einen wesentlichen Teil seiner Kindheit erlebte (die Ehe seiner Eltern war zerbrochen), war ein sehr angesehener Gelehrter auf dem Gebiet der jüdischen Tradition und Literatur. Buber studierte in Wien, Leipzig, Berlin, Zürich und schloß sich früh der zionistischen Bewegung an, mehr aus religiösen und kulturellem Antrieb als aus politischen Motiven. Er gab eine angesehene jüdische Zeitschrift heraus und lehrte von 1924 bis 1933 an der Universität Frankfurt/Main jüdische Religionsphilosophie. Zur gleichen Zeit wirkte er mit Franz Rosenzweig (1886-1929) am "Freien Jüdischen Lehrhaus" und arbeitete, ebenfalls gemeinsam mit Rosenzweig, an seiner bedeutenden neuen Übersetzung des Alten Testaments ins Deutsche.
In den ersten Jahren von Hitlers Herrschaft blieb er in Deutschland und arbeitete am Aufbau einer jüdischen Erwachsenenbildung. 1938 mußte er emigrieren und hat von da an, unterbrochen durch zahlreiche Reisen, als Professor an der Hebrew University in Jerusalem gewirkt. Mit Nachdruck hat er sich für eine Verständigung der Israeli mit den Arabern eingesetzt, nach dem Krieg auch für die Wiederaufnahme des Gesprächs mit deutschen Denkern und Institutionen. Am 13.6.1965 ist er gestorben.
(nach Störig, Kleine Weltgeschichte der Philosophie)
Werk
Chassidismus
Der breiteren Öffentlichkeit ist Buber, außer durch seine Übersetzung der Heiligen Schrift, zuerst bekannt geworden als Herausgeber und Interpret von Schriften des Chassidismus (Die Erzählungen der Chassidim). Diese religiöse Bewegung innerhalb des Judentums ist gegen 1750 in der Ukraine und in Polen enstanden; ihr Begründer war der Baal Schem Tow (ca. 1700-1760). Sie stellt, darin dem Pietismus (abzüglich freilich der Sentimentalitäten) innerhalb des Christentums vergleichbar, eine Auflehnung gegen Gesetzesglauben, Kasuistik, Intellektualität - eine von tiefem religiösem Gefühl, von Gottessehnsucht getragene Bewegung der Massen; sie betont Gemütswerte, Frömmigkeit, Demut, aber auch Freude und tätige Liebe. Ausgehend von der Gewißheit, daß das Göttliche allen Dingen innewohnt, neutralisiert sie gewissermaßen das messianisch-apokalyptische Element und rückt die Begegnung mit Gott in der Verrichtung alltäglicher Dinge in den Vordergrund. Diese Bewegung hat Bubers Denken stark geprägt. Fünf Jahre lang hat er sich in die überlieferten Texte der Chassidim versenkt und in dieser Zeit jede Wirksamkeit nach außen eingestellt.
Dialogphilosophie
Die Dialogphilosophie Bubers sieht die Existenz des Menschen in Beziehungen, und zwar in zwei grundsätzlich voneinander verschiedenen Beziehungen: Ich-Es- und Ich-Du-Beziehungen.
Die Ich-Es-Beziehung ist die normale, alltägliche Beziehung des Menschen zu den Dingen, die ihn umgeben. Der Mensch kann auch seinen Mitmenschen wie es Es betrachten und behandeln - und das tut er meistens -; er sieht ihn distanziert, kühl und nimmt ihn wie eine Sache, ein Stück Umwelt, eingeschmiedet in Kausalketten.
Ganz anders die Ich-Du-Beziehung. In sie geht der Mensch mit seinem innersten und gesamten Wesen ein - ja in einer Begegnung, in einem echten Gespräch tun das beide Partner. Für Buber ist aber die Begegnung mit dem anderen Menschen (oder auch mit seiner Umwelt, der er ebenso in einer Ich-Du-Beziehung begegnen kann) nur ein Abglanz der Begegnung des Menschen mit Gott. Das Wesen der biblischen Religion besteht für Buber darin, daß - ungeachtet des unendlichen Abgrunds zwischen beiden - ein Gespräch zwischen Mensch und Gott möglich ist.
Religionsphilosophie
Die Grundlagen für Bubers Religionsphilosophie liegen in seiner Beschäftigung mit dem Chassidismus und seiner Dialogphilosophie begründet. Der Urgrund des Glaubens ist die Urbeziehung zwischen Mensch und Gott, jene Beziehung zum ewigen Du, die keines Mittlers bedarf. Deshalb geht Buber auch stets über Dogmen hinaus, befolgt auch nicht das jüdische Ritualgesetz, damit nichts diesem Höheren, dieser Beziehung, diesem schlichten und mächtigen Gegenüber zwischen Gott und Mensch entgegensteht.
Dadurch vollzieht er auch gleichzeitig, indem es ihm immer und immer wieder um die Existenz des Menschen geht, die anthropologische Wende der Theologie hin zum Menschen: es gibt nämlich auf der Grundlage der dialogischen Existenz des Menschen schlechterdings keine Aussage über Gott, die nicht gleichzeitig etwas über den Menschen aussagt.
Die Glaubensgeschichte Israel, die in der Hebräischen Bibel ihren Niederschlag gefunden hat, ist für Buber die große Geschichte eines Dialogs zwischen Gott und Mensch: vom Herausrufen Abrahams über den Bundesschluß am Sinai bishin zu den Kündern, eine dialogische Geschichte, die jeden, der sich der Tradition, die sich daraus ergibt, anschließt, anfordert. In seiner (der existentialen Interpretation sehr nahestehenden) Exegese geht es ihm immer wieder darum, die Stimme zu vernehmen, ja, er bringt es sogar auf die Kurzformel: Exegese ist Hinhören.
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Ich bin fasziniert von dem, was ich bisher von ihm und über ihn gelesen habe. Leider habe ich sein wichtigstes Werk, Ich und Du, noch nicht gelesen, aber das wird bald passieren. |
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Verfasst am: 18.03.2006, 17:36 |
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| Hagbard |
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| Anmeldungsdatum: 08.03.2006 |
| Beiträge: 379 |
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Also hört sich recht interessant an, aber absolut nicht meine Gebiet ^^
Wobei mir sehr gefällt, wie er Gott sieht (und ja auch, soweit ich es verstanden habe, religiöse Institutionen, wie die Kirche z.B. ablehnt und Religion als Glauben ansieht). |
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Verfasst am: 18.03.2006, 17:55 |
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| muriel |
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| Anmeldungsdatum: 17.01.2006 |
| Beiträge: 376 |
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mal was anderes, deine Signatur, die du seit gestern hast .... hast du's irgendwie mit Irland, oder was ist der Grund deiner Begeisterung für den St. Patrick's day? (Ich denke doch mal, dass du das gemeint hast) Für eine Übersetzung von "slainte" wäre ich auch dankbar, bin neugierig . |
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Verfasst am: 19.03.2006, 00:08 |
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| Hagbard |
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| Anmeldungsdatum: 08.03.2006 |
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Ja, ich bin ein kleiner Irland-Fan und klar wars auf den St. Patrick's Day bezogen ^^ (deswegen auch grün). Slainte (gesprochen "slontchje") heißt einfach nur Prost auf irisch-gälisch ^^
Edit: Und seit gestern hab ich die neue Sig, weil gestern (17. März) ja eben St. Paddy's Day ist ^^ |
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Verfasst am: 19.03.2006, 09:14 |
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| muriel |
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| Anmeldungsdatum: 17.01.2006 |
| Beiträge: 376 |
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| Hagbard hat folgendes geschrieben: |
| Edit: Und seit gestern hab ich die neue Sig, weil gestern (17. März) ja eben St. Paddy's Day ist ^^ |
Ja, das hab ich schon kapiert
Und was findest du an Irland so toll? Reine Neugier.
LG Muriel |
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Verfasst am: 19.03.2006, 10:30 |
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| Hagbard |
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| Anmeldungsdatum: 08.03.2006 |
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| Es kommt wohl durch mein Interesse am Keltentum und meine kleine Vorliebe für guten Whiskey. Außerdem find ich die Landschaft wirklich schön und die Menschen super nett. |
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Verfasst am: 19.03.2006, 10:58 |
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| muriel |
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| Anmeldungsdatum: 17.01.2006 |
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Irgendwann muss ich auch mal dort Urlaub machen. |
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Verfasst am: 19.03.2006, 11:01 |
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| Aviva |
| Site Admin |


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| Anmeldungsdatum: 22.10.2005 |
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Muriel, ich gebe Dir recht.
Sobald ich etwas über Irland sehe, bin ich hin und weg.
Ich selbst bin auch noch nie dort gewesen. |
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Verfasst am: 19.03.2006, 22:59 |
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| Hagbard |
| Stammuser |


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| Anmeldungsdatum: 08.03.2006 |
| Beiträge: 379 |
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| Also allein die Landschaft ist wirklich sehr schön und die Leute meisten sehr freundlich (außer ein paar erzkonservative Katholiken). Die Geschichte des Landes ja leider nicht immer so romantisch. Bisher war ich nur in der Republik also nicht in Ulster, kann also net sagen, wie's da ist. |
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Verfasst am: 04.11.2006, 20:48 |
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| Makka-Bär |
| angehender Stammuser |



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| Anmeldungsdatum: 19.10.2006 |
| Beiträge: 243 |
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An Hagbard:
"Wobei mir sehr gefällt, wie er Gott sieht (und ja auch, soweit ich es verstanden habe, religiöse Institutionen, wie die Kirche z.B. ablehnt..."
Wo hast Du das gelesen oder wie kommst Du darauf? Ich habe soetwas bisher nicht aus dem mir erlesenem schließen können.
Ansonsten nur kurz etwas zu Buber von mir (ich bin gerade etwas betrunken und gleich gibt's Essen):
Ich finde viele seiner Überlegungen und Standpunkte zum friedliche(re)n miteinander Leben von Menschen in einer Zeit staatsgründerischer Verwirklichungen sehr - tja, wie sollch ich das jetzt nennen? - vielleicht menschlich. Im positiven Sinne natürlich. Es scheint mir, daß er seine Leserinnen und Leser zum Beispiel über ein bestimmtes Glaubensempfinden (z.B. kein festes G'ttesbild entwerfen oder überhaupt darüber Diskutieren, G'tt im "Du" ansprechen, etc.) eher zur eigenen Verantwortung, zum eigenen Menschsein, als zum hirachisiertem Staatsbürger emanzipieren wollte (siehe z.B. seine ablehnunende Haltung zum "Herrschaftsstaat" oder seine Gerellschaftsidee von Nachbarn).
Trotz seiner machmal etwas sehr gewagten Vorschläge (zum Beispiel Eichmann zur Stafe in einem Kibbuz arbeiten zu lassen) scheint bei all seinen Überlegungen und vor allem deren Begründungen immer seine wunderbar (mitunter witzreiche) chassidisch-mystische Lehre durch, die, wie ich finde, sehr liebevoll zu sein scheint.
Seine Utopien mag ich sehr gerne - auch wenn wir wohl weit davon entfernt zu sein scheinen sie wirklich zu leben.
In diesem Sinne: Auf gute Nachbarschaft!
Der Makka-Bär |
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