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Karsai schließt Hinrichtung Rahmans aus
BeitragVerfasst am: 24.03.2006, 06:41 Antworten mit Zitat
Aviva
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Zitat:
Der afghanische Präsident Hamid Karsai hat nach Angaben der kanadischen Regierung zugesichert, dass der zum Christentum übergetretenen Moslem Abdul Rahman nicht hingerichtet wird. Dies habe Karsai bei einem Telefonat zugesagt, sagte Kanadas Ministerpräsident Stephen Harper in Ottawa. Er habe Karsai angerufen, um seine Besorgnis über den Fall Rahman auszudrücken. Karsai habe ihm versichert, dass keine Gefahr für Rahmans Leben bestehe. Der Fall werde bald gelöst sein.

Scharia sieht Todesstrafe vor

Rahman ist bislang nicht offiziell angeklagt. Ihm droht nach dem islamischen Gesetz, der Scharia, die Todesstrafe, weil er zum Christentum konvertiert ist und sich weigert, wieder zum Islam überzutreten. Die Scharia ist ein Baustein des afghanischen Rechtssystems.

Internationale Empörung

Mehrere westliche Länder, die Afghanistan militärisch und finanziell unterstützen - darunter Kanada, die USA und Deutschland - haben sich besorgt um das Schicksal des 40-Jährigen gezeigt. Sie forderten Afghanistan auf, die Religionsfreiheit zu achten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel schaltete sich gestern persönlich in die Bemühungen zur Rettung Rahmans ein. Am Rande des EU-Gipfels in Brüssel sagte sie, sie habe mit Karsai telefoniert und den Eindruck gewonnen, dass in Afghanistan der Wille zu einer Lösung des Falles da sei.
Stand: 24.03.2006 05:42 Uhr
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID5355680_REF3,00.html
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BeitragVerfasst am: 27.03.2006, 15:19 Antworten mit Zitat
Aviva
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Zitat:
Der Fall des zum Christentum übergetretenen Afghanen Abdul Rahman hängt voraussichtlich von der Zurechnungsfähigkeit des Angeklagten ab.
Weitere Informationen

Der Geisteszustand Rahmans werde am Montag untersucht, sagte der in dem Fall tätige Staatsanwalt. „Eine Entscheidung wird auf Grundlage dieser Untersuchung getroffen.“ Experten erwarten, dass Rahman für unzurechnungsfähig erklärt wird und damit eine Anklage abgewendet werden kann, die die Todesstrafe zur Folge haben könnte. Rahman selbst hat allerdings bestritten, unzurechnungsfähig zu sein. Der Fall hat im westlichen Ausland teils heftige Kritik erregt. Mehrere Staaten, darunter auch Deutschland, schalteten sich ein. Sie forderten Afghanistan auf, die Religionsfreiheit zu wahren und Rahman freizulassen.

Karsai sucht nach Ausweg

Der zuständige Richter hatte das Verfahren am Sonntag wegen Formfehlern an die Staatsanwaltschaft zurückgegeben. Ein Gerichtssprecher sagte, es sei auch zu klären, ob Rahman eine weitere Staatsangehörigkeit besitzt. Einzelheiten nannte er dazu nicht. Rahman droht nach dem afghanischen Rechtssystem, das sich unter anderem auf das islamische Gesetz der Scharia stützt, wegen der Abkehr vom Islam die Todesstrafe. Die Regierung von Präsident Hamid Karsai bemüht sich um einen Ausweg aus der brisanten Situation. Einerseits will sie die Forderungen ihrer westlichen Verbündeten erfüllen. Andererseits will sie nicht die einflussreichen Moslem-Geistlichen verprellen.

Proteste gegen westliche Einmischung

Am Montag kam es erstmals in Afghanistan zu Protesten in dem Fall. Angeführt von Moslem-Geistlichen demonstrierten mehrere Hundert Menschen in Masar-i-Scharif im Norden des Landes gegen eine Freilassung Rahmans. Der 40-Jährige müsse nach islamischen Recht bestraft werden. „Amerika, höre auf, dich einzumischen. Karsai, stärke die Justiz", rief ein Geistlicher der Menge zu.

(Quelle: Reuters)
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