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Was ist bloß mit der Demokratie in Europa los?
BeitragVerfasst am: 12.04.2006, 08:04 Antworten mit Zitat
muriel
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Anmeldungsdatum: 17.01.2006
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Was ist bloß mit der Demokratie in Europa los?

Erst klammert sich Schröder an seinem Chefsessel fest, nachdem er abgewählt wurde, und nun treibt es Berlusconi an die Spitze. Nachdem er sämtliche Fernsehsender irgendwie kontrolliert und noch so manches mehr, hat er es trotzdem nicht geschafft, wiedergewählt zu werden (so blöd sind die Italiener anscheinend doch nicht). Und was macht er? Wahlergebnis anfechten, ganz nach dem Motto "Der Staat bin ich. Das Volk? Hat sich wohl verwählt". Hoffentlich bleiben das Ausnahmen, und die Herren (und Damen) da oben vergessen nicht, was Demokratie bedeutet ... die Macht geht vom Volk aus.

Zitat:
Endergebnis: Prodi gewinnt in beiden Kammern

Rom (dpa) - Auch nach Veröffentlichung der offiziellen Ergebnisse der Parlamentswahl in Italien streiten die politischen Lager weiter über Sieg und Niederlage. Nach Angaben des Innenministeriums hat die Mitte-Links-Union von Oppositionschef Romano Prodi in beiden Parlamentskammern eine Mehrheit.


Romano Prodi wird vermutlich Amtsnachfolger von Silvio Berlusconi
Dennoch wollte Ministerpräsident Silvio Berlusconi seine Niederlage nicht anerkennen. "Niemand kann behaupten, er habe gewonnen", sagte Berlusconi am Dienstagabend in Rom.

Die vorliegenden Ergebnisse hätten "zu viele dunkle Seiten" und müssten überprüft werden. Zugleich schloss Berlusconi eine Große Koalition nicht aus. Dagegen hatte Staatspräsident Carlo Azeglio Ciampi kurz zuvor den "geordneten und regulären Ablauf der Wahlen" betont. Erste Reaktionen der Linken lehnten eine Große Koalition klar ab. "Unsere Koalition wird regieren", bekräftigte Prodi.

Nach Angaben des Innenministeriums kommt Prodis Mitte-Links- Allianz auf 348 von 630 Sitzen im Abgeordnetenhaus, Berlusconis Mitte-Rechts-Lager auf 281 Mandate. Im Senat habe Prodi 158 Sitze gewonnen, Berlusconi 156. Zwar seien noch nicht alle Stimmen von Auslandsitalienern ausgezählt, an dem Ergebnis könnten die fehlenden Stimmen aber nichts mehr ändern, sagte ein Ministeriumssprecher.

Prodi zeigte sich zuversichtlich, eine vergleichsweise stabile Regierung bilden zu können. "Wir haben eine Mehrheit in der Abgeordnetenkammer und im Senat erzielt, die es uns erlaubt, mit unserer Koalition fünf Jahre lang zu regieren", sagte er nach einer langen und chaotischen Stimmenauszählung rund 24 Stunden nach Schließung der Wahllokale.

Berlusconi sprach von einer "Spaltung des Landes". Beide Lager teilten sich jeweils etwa 50 Prozent der Stimmen. Es sei unverantwortlich, wenn Prodi jetzt Siegesfeiern veranstalte. "Wir sollten Deutschland als Beispiel nehmen, um die Kräfte zu vereinen", sagte er mit Blick auf eine Große Koalition. Prodi meinte, die Sitzverteilung sei Folge der Rückkehr zum Verhältniswahlrecht. Diese habe aber gerade Berlusconi noch vor wenigen Monaten durchgesetzt. Experten in Rom halten eine Große Koalition in Rom für sehr unwahrscheinlich, vor allem wegen der tiefen politischen Differenzen zwischen beiden Lagern.

Außenminister Gianfranco Fini von der Nationalen Allianz räumte "höchstens eine arithmetische Niederlage ein, keinesfalls aber eine politische Niederlage". Zur Überprüfung des Wahlergebnisses wurde im Regierungslager vor allem eine Untersuchung von rund 500 000 ungültigen Stimmen verlangt. "Eine aufmerksame und präzise Überprüfung ist notwendig", zitierten Insider Berlusconi aus einer Sitzung mit Mitarbeitern.

Unterdessen feierte die Linke in vielen Städten bereits ihren knappen Wahlsieg. "Ich erwarte einen Anruf mit den Glückwünschen von Berlusconi, das ist in modernen Demokratien so Brauch", sagte Prodi. Der frühere EU-Kommissionspräsident war bereits von 1996 bis 1998 Regierungschef in Rom.

In Rom hieß es, die Gespräche zur Regierungsbildung könnten erst nach der Wahl eines neuen Staatspräsidenten am 13. Mai beginnen. Der Nachfolger von Staatschef Ciampi werde den Wahlsieger beauftragen, das 61. Nachkriegskabinett zu bilden. Anschließend muss sich der Regierungschef in beiden Parlamentskammern einer Vertrauensabstimmung stellen.

Die Stimmenauszählung war von Konfusion und Chaos geprägt. Nachdem es am Montag nach ersten Wählerbefragungen zunächst nach einem klaren Sieg von Mitte-Links ausgesehen hatte, zeichnete sich nach den Hochrechnungen immer mehr ein Kopf-an-Kopf-Rennen ab. Zeitweise sah es sogar nach einem hauchdünnen Vorsprung Berlusconis im Senat aus.
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BeitragVerfasst am: 12.04.2006, 13:58 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Berlusconi ist zusammen mit Alexander Lukaschenko das Krebsgeschwür Europas.

Falls der nicht freiwillig geht und seine Mätzchen fortsetzt, muß man notfalls Italien in der EU isolieren und Sanktionen verhängen.

Aber es wird nicht soweit kommen, falls Berlusconi seine Niederlage nicht einsieht, wird es zu Massendemos gegen ihn kommen wie in der Ukraine.
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BeitragVerfasst am: 12.04.2006, 15:28 Antworten mit Zitat
Hagbard
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Zitat:

die Macht geht vom Volk aus.


Was ja leider mittlerweile mehr Wunschdenken geworden ist. In welcher Demokratie geht denn mittlerweile noch wirklich alle Macht vom Volke aus? Also in Deutschland jedenfall keineswegs. Der Grund dafür ist, dass eine indirekte Demokratie mit freiem Mandat eine Oligarchie auf Zeit ist, denn anstatt als Interessenvertreter des Volkes zu agieren, betreiben Abgeordnete nach eigenem Gutdünken Politik. Und anstatt sich den Interessen des Volkes zu unterwerfen wird dem Volk bei der Wahl nur ein sehr kleiner Bereich von Interessen, die vertreten werden können, vorgesetzt, so dass man sich dann das aussuchen muss, was am ehesten passt (was die allgemeine Crux einer indirekten Demokratie ist). Also muss man sich nicht wirklich wundern, wie denn unser wunderbar demokratisches Europa immer weniger demokratisch wird, denn de facto geht vom Volk fast gar keine Macht mehr aus; wir haben also nicht mehr die Wahl, welche Partei uns vertreten soll, sonder die Wahl welche Partei uns am wenigsten nicht vertritt.
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BeitragVerfasst am: 13.04.2006, 17:04 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Hagbard hat folgendes geschrieben:
Zitat:

die Macht geht vom Volk aus.


Was ja leider mittlerweile mehr Wunschdenken geworden ist. In welcher Demokratie geht denn mittlerweile noch wirklich alle Macht vom Volke aus? Also in Deutschland jedenfall keineswegs. Der Grund dafür ist, dass eine indirekte Demokratie mit freiem Mandat eine Oligarchie auf Zeit ist, denn anstatt als Interessenvertreter des Volkes zu agieren, betreiben Abgeordnete nach eigenem Gutdünken Politik. Und anstatt sich den Interessen des Volkes zu unterwerfen wird dem Volk bei der Wahl nur ein sehr kleiner Bereich von Interessen, die vertreten werden können, vorgesetzt, so dass man sich dann das aussuchen muss, was am ehesten passt (was die allgemeine Crux einer indirekten Demokratie ist). Also muss man sich nicht wirklich wundern, wie denn unser wunderbar demokratisches Europa immer weniger demokratisch wird, denn de facto geht vom Volk fast gar keine Macht mehr aus; wir haben also nicht mehr die Wahl, welche Partei uns vertreten soll, sonder die Wahl welche Partei uns am wenigsten nicht vertritt.


Die reinste Blödsinnpropaganda was du hier schreibst, alles das was du schreibst trifft auf die Faschistendiktaturen jeder Coleur zu, rechten wie linken, und nicht auf Demokratien.

Das die Macht sehr wohl vom Volk ausgeht hat man gerade in Italien gesehen, wo der Faschist Berlusconi vom Volk abgewählt wurde und der Demokrat Prodi vom Volk gewählt wurde.

Und jetzt geht dem Faschisten Berlusconi der Ar-sch auf Grundeis, denn am selben Tag wo er abgewählt wurde ist ja auch noch einer seiner heimlichen Förderer, einer seit 40 Jahren gesuchter Mafiosifascho gekascht worden.

Italien säubert sich vom mafiösen Faschistendre-ck. Viva Italia
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BeitragVerfasst am: 13.04.2006, 17:40 Antworten mit Zitat
Ismael
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haha wer glaubt tatsächlöoch noch das politiker was fürs volk tun ? egal in welchem land....

der unterschied auch politisch ist nicht zwischen rechts und links...sondern zwischen oben und unten...

das die macht nicht vom volke ausgeht zeigt sich am unsäglichen euro...
die deutschen wurden nicht gefragt es wurde bestimmt...wie in anderen ländern auch...
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BeitragVerfasst am: 13.04.2006, 18:23 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Ismael hat folgendes geschrieben:
haha wer glaubt tatsächlöoch noch das politiker was fürs volk tun ? egal in welchem land....

der unterschied auch politisch ist nicht zwischen rechts und links...sondern zwischen oben und unten...
.


Weder das eine noch das andere, sondern es gibt nur Demokraten und Faschisten.
Und Amerika ist die Führungsmacht der Demokratie und gemeinsam mit Großbritannien und Israel als engste Verbündete, führen sie einen Krieg gegen das faschistische, das böse.

Zitat:

das die macht nicht vom volke ausgeht zeigt sich am unsäglichen euro...
die deutschen wurden nicht gefragt es wurde bestimmt...wie in anderen ländern auch...


Was hat das mit dem Euro zu tun. Das Volk kann über sowas doch nicht abstimmen, das hat doch das Fachwissen gar nicht darüber. Dumme Hinterwäldner z.B aus Berlin-Hellersdorf oder aus dem Byerischen Wald, wären doch schon aus ideologischen Gründen gegen den Euro. Die sind zu blöd um darüber abzustimmen, so drastisch muß man das sagen. Hat man doch gesehehn in einigen Ländern, da haben einige dagegen gestimmt. Wen wunderst, wenn jeder Dummdödel über so wichtige wirtschaftliche Zukunftsentscheidungen abstimmen darf.
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BeitragVerfasst am: 13.04.2006, 23:25 Antworten mit Zitat
Hagbard
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@Arie: Eine pluralistische Demokratie mit freiem Mandat ist eben dadurch eine Oligarchie auf Zeit. Würde alle Macht vom Volke ausgehen, so müsste man sofort die 5%-Klasel aufheben, um eben auch die Minderheiten zu berücksichtigen. Desweiteren müssten alle Abgeordneten ihren Wählen und nicht nur ihrem (geldgeilen ?) Gewissen verantwortlich sein. Zudem kommt, dass insbesondere in Deutschland die beiden "großen" Parteien SPD und Union bis auf ein parr ideologische Differenzen gleich sind, also das Volk bei einer Wahl eben diese nicht hat. Das ist als hätten sich damals mehrer SED-Parteien in der DDR zur Wahl gestellt, klar, wäre ne "demokratische" Wahl, aber ohne Wahlmöglichkeit.
Warum gibt es z.B. keine Volksabstimmungen? Wenn das Volk deiner Meinung nach zu dumm ist, um eine Volksabstimmung zu legitimieren, so ist es auch zu dumm, als dass alle Macht von ihm ausgehen könnte.
Auch wenn in den USA hat man im Grunde genommen nur die Wahl zwischen Demokraten und Republikanern, und nicht zwischen vielen Parteien, die die Interessen des Volkes repräsentieren.
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BeitragVerfasst am: 14.04.2006, 08:26 Antworten mit Zitat
Ismael
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tja der euro tut aber den menschen nicht gut...den normalen bürgern..
wie gesagt wer ernsthaft glaubt politiker tun was für das volk ganz uneigennützig , der glaubt auch dran das die amerikaner demokratie mit bomben bringen wollen allein der menschen wegen...nicht etwas aus macht oder ressourcen gründen...
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BeitragVerfasst am: 15.04.2006, 17:38 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Hagbard hat folgendes geschrieben:
Würde alle Macht vom Volke ausgehen, so müsste man sofort die 5%-Klasel aufheben, um eben auch die Minderheiten zu berücksichtigen.


Die 5% Hürde dienst dazu faschistische Verbrecherparteien aus den Parlamenten rauszuhalten, eine Lehre aus Weimar.

Zitat:

Desweiteren müssten alle Abgeordneten ihren Wählen und nicht nur ihrem (geldgeilen ?) Gewissen verantwortlich sein.


Das Gewissen ist die Grundlage demokratischer Politik. Was heißt ihren Wählern verantwortlich sein, damit wären sie erpressbar für Lobbyisten. Den anständigen Wählern sind sie ja verantwortlich und verpflichtet.
Und im übrigen kann das Gewissen eine Demojkraten niemals geldgeil sein, das ist das "Gewissen" eines Faschisten, das sie ja nicht haben, denn Nazis sind alle geldgeile Ausbeuter die den ungebildeten Menschen gegen seine Intressen aufhetzen.

Zitat:

Zudem kommt, dass insbesondere in Deutschland die beiden "großen" Parteien SPD und Union bis auf ein parr ideologische Differenzen gleich sind, also das Volk bei einer Wahl eben diese nicht hat.


Das zeigt nur, wenn du das glaubst, das du keine Ahnung von Demokratie hast.

Zitat:

Das ist als hätten sich damals mehrer SED-Parteien in der DDR zur Wahl gestellt, klar, wäre ne "demokratische" Wahl, aber ohne Wahlmöglichkeit.



SED war eine rote NSDAP, es zeigt nur wenn du solche Parallenen ziehst zwischen Demokratie und Diktatur das du nicht verstanden hast.

Zitat:

Warum gibt es z.B. keine Volksabstimmungen? Wenn das Volk deiner Meinung nach zu dumm ist, um eine Volksabstimmung zu legitimieren, so ist es auch zu dumm, als dass alle Macht von ihm ausgehen könnte.



Volksabstimmungen würden verbrecherische faschistische Kräfte zur populistischen Stimmungsmache ausnutzen.

Zitat:

Auch wenn in den USA hat man im Grunde genommen nur die Wahl zwischen Demokraten und Republikanern, und nicht zwischen vielen Parteien, die die Interessen des Volkes repräsentieren.


Die verschiedenen Intressen in den USA bündeln sich in beiden Parteien, z.B gibts es bei den Demokraten, sozialdemokratische Kräfte wie den amerikanischen Gewerkschaftsbund, dem AFL-CIO aus dem linken Flügel und sehr konservative Kräfte, die den Industriellennverbänden nahestehen.

Du hast von Amerika absolut keine Ahnung.
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Was ist bloß mit der Demokratie in Europa los?
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