| Aviva |
| Site Admin |


|
 |
| Anmeldungsdatum: 22.10.2005 |
| Beiträge: 1824 |
| Wohnort: Berlin |
|
|
 |
 |
 |
|
18. April 2006 Die deutschen Arbeitnehmer fehlen offenbar aus Angst um ihren Arbeitsplatz immer seltener wegen Krankheit im Betrieb. Im Durchschnitt war ein Arbeitnehmer im vergangenen Jahr 12,7 Kalendertage krankgeschrieben und fiel 7,7 Tage am Arbeitsplatz aus, ergab eine am Dienstag in Berlin veröffentlichte Auswertung des Bundesverbands der Betriebskrankenkassen (BKK). Dies sei der niedrigste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 1976.
Im Jahr 2004 waren die Beschäftigten im Durchschnitt 13 Tage krankgeschrieben (7,8 Ausfalltage), 2003 waren es 13,5 Tage (8,1 Ausfalltage). Vor 15 Jahren waren die Beschäftigten noch durchschnittlich 25 Tage krankgeschrieben und erschienen an 15 Tagen nicht im Betrieb. Damit waren Arbeitnehmer damals fast doppelt so lange krank wie 2005. Die seit Statistikbeginn längsten Fehlzeiten gab es mit 26 Fehltagen im Jahr 1980.
Insgesamt waren im vergangenen Jahr im Durchschnitt 3,5 Prozent der Arbeitnehmer krank, teilte der Spitzenverband mit. 2004 war mit 3,6 Prozent der bis dahin niedrigste Wert erfaßt worden. 44 Prozent der Beschäftigten waren 2005 nicht einen einzigen Tag krankgeschrieben. Schnell zurück am Arbeitsplatz waren weitere 22 Prozent; sie erkrankten maximal eine Woche.
Druck auf dem Arbeitsmarkt
Ein Grund für den sinkenden Krankenstand sei die Sorge um den Arbeitsplatz und der Druck auf dem Arbeitsmarkt, sagte die Sprecherin des BKK-Bundesverbands, Christine Richter. Zudem gebe es in deutschen Betrieben noch überwiegend junge Belegschaften, was sich aber in den nächsten Jahren ändern werde. Ein weiterer Grund für die seit vielen Jahren sinkende Zahl der Krankschreibungen sei auch die allgemeine Umstrukturierung in der Arbeitswelt. So gebe es viel weniger gewerbliche Arbeitnehmer mit starken körperlichen Belastungen als Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre.
Der BKK Bundesverband erfaßt und analysiert die Befunde von 6,9 Millionen Sozialversicherungspflichtigen und damit jedes vierten Beschäftigten in Deutschland. Die Daten gelten als repräsentativ für die Bundesrepublik. Die Fehltage sanken sowohl in den gewerblichen Bereichen als auch in den Dienstleistungsbranchen. Selbst bei den Beschäftigten der Abfallbeseitigung, die auf Grund hoher gesundheitlicher Belastungen die meisten Krankheitstage aufweisen, gab es 2005 einen Rückgang um rund einen halben Tag: von 19,7 auf 19,1 Tage. Auch Branchen mit ohnehin niedrigen Krankenständen melden einen Rückgang. So haben sich bei Banken und Versicherungen die Fehltage ebenfalls um rund einen halben Tag reduziert - von 9,8 Tage (2004) auf 9,4 Tage (2005).
Häufigste Krankheitsursachen sind Muskel- und Skeletterkrankungen, auf die 26 Prozent der Krankentage entfielen. Dahinter folgen Atemwegserkrankungen (18 Prozent), Verletzungen (15 Prozent) und psychische Erkrankungen (neun Prozent). Im Gegensatz zu allen anderen Krankheitsbildern gibt es bei den psychischen Krankheiten seit Jahren einen Zuwachs. Seit 1990 habe sich ihr Anteil an den Krankheitstagen mehr als verdoppelt, teilte der Spitzenverband mit.
Text: Reuters |
|