| muriel |
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| Anmeldungsdatum: 17.01.2006 |
| Beiträge: 376 |
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| Hagbard hat folgendes geschrieben: |
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Ich kenne aber keine Kultur, die ein Wertesystem ausgebildet hat, in dem es in Ordung ist, andere Menschen umzubringen, das nennt man wohl "gesunder Menschenverstand", common sense
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Das haben dann wohl die Nazis vergessen, als sie über 6 Mio Juden umbrachten, nebst den Indianern Südamerikas, die durch Spanier und Portugiesen ermordet wurden, und ganz abgesehen von den viele Tutsi die in Ruanda ermordet wurden, und den Karthagern in den punischen Kriegen, und... (oder soll ich fortfahren?)
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So, also dazu mag ich mal noch was sagen.
Vorab mal, ich finde da hast du dir ein denkbar ungeschicktes Beispiel ausgesucht. Wenn du logisch und gefühlsfrei über Werte und Meinungen diskutieren willst, ist der Holocaust nicht als Illustration geeignet und erschwert die Diskussion um dein eigentliches Anliegen.
Jetzt aber zum Thema. Ich denke in egal welchem deiner Beispielländer ist wahrscheinlich Mord ansich als "schlecht" eingestuft. Nur bei bestimmten Volksgruppen wird eine Ausnahme gemacht, weil man aus welchem Grund auch immer, etwas gegen diese hat. Im Fall Holocaust werden dann ganze Volksgruppen zu Untermenschen degradiert, damit man so die "Erlaubnis" hat, sie umzubringen. Subjektiv gesehen also, war es damit "nicht schlecht", aber objektiv würden auch die Nazis, Spanier und Portugiesen aus deinen Beispielen ihr Vergehen als "schlecht" eingestuft haben.
Mir fällt spontan eine Geschichte zur Illustration aus der Bibel ein:
Vorgeschichte: Dem König David, der in der Bibel gefiel eine Frau (Batseba), die verheiratet war. Er ließ sie zu sich in den Palast holen und schlief mit ihr. Ihr Mann (Urija) war im Krieg. Als Batseba schwanger wurde, musste schnell ihr Mann her, damit er mit ihr schlief und glaubte, das Kind sei von ihm. Aber Urija wollte lieber bei den Truppen bleiben und war König David so treu ergeben, dass er nicht zu seiner Frau ging. Daraufhin tritt Plan B in Kraft: David muss Urija los werden und schickt ihn an vorderste Front, damit er fällt, was dann auch passiert. (2 Sam 11)
Daraufhin kommt der Prophet Nathan zu ihm und erzählt ihm folgende Geschichte (Kap. 12):
| Zitat: |
»Ich muss dir einen Rechtsfall vortragen: Zwei Männer lebten in derselben Stadt. Der eine war reich, der andere arm. 2 Der Reiche besaß eine große Zahl von Schafen und Rindern. 3 Der Arme hatte nichts außer einem einzigen kleinen Lämmchen. Er hatte es gekauft und zog es zusammen mit seinen Kindern bei sich auf. Es aß von seinem Brot, trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß. Er hielt es wie eine Tochter. 4 Eines Tages bekam der reiche Mann Besuch. Er wollte keines von seinen eigenen Schafen oder Rindern für seinen Gast hergeben. Darum nahm er dem Armen das Lamm weg und setzte es seinem Gast vor.« 5 David brach in heftigen Zorn aus und rief: »So gewiss der Herr lebt: Der Mann, der das getan hat, muss sterben! 6 Und das Lamm muss er vierfach ersetzen - als Strafe dafür, dass er diese Untat begangen und kein Mitleid gehabt hat!« 7 (Du bist der Mann!«, sagte Natan zu David. »Und so spricht der Herr, der Gott Israels: Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und dich vor den Nachstellungen Sauls gerettet. 8 Ich habe dir den ganzen Besitz deines Herrn gegeben, habe seine Frauen in deinen Schoß gelegt und dich zum König über Juda und Israel gemacht. Und wenn das noch zu wenig war, hätte ich dir noch dies und das geben können. 9 Warum hast du meine Gebote missachtet und getan, was mir missfällt? Du hast den Hetiter Urija auf dem Gewissen, durch das Schwert der Ammoniter hast du ihn umbringen lassen und dann hast du dir seine Frau genommen.
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Also objektiv hat der König David sein Verhalten verurteilt, aber bezogen auf die konkreten Personen und da er in die Sache selbst verwickelt war, nicht.
Würde man den Tätern von Völkermorden oder Mord solche Geschichten vortragen, ich bin sicher, sie würden die Mörder auch schuldig befinden. Es hat also nicht unbedingt was mit Werten zu tun, besonders nicht, was Mord betrifft. |
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