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Scheidende US-Botschafterin beklagt Anti-Amerikanismus
BeitragVerfasst am: 06.05.2006, 20:27 Antworten mit Zitat
Aviva
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Bern. SDA/baz. Die scheidende US-Botschafterin in Bern, Pamela Willeford, beklagt die Unausgewogenheit in den Medien gegenüber den USA und ihrer Politik. Sie sei «etwas frustriert», sagte sie in einem Interview mit der Berner Tageszeitung «Bund» vom Samstag.

Die Beziehungen zwischen den USA und der Schweiz seien gut, sagte die Texanierin Willeford, seit Jahren enge Freundin der Präsidentenfamilie Bush, die ihren Posten Anfang Mai verlässt, um in der Laura Bush Foundation for America's Libraries Direktorin zu werden.

Im Kampf gegen den Terrorismus sieht Willeford allerdings Verbesserungspotenzial: «In mancher Beziehung macht es die Schweiz Terroristen, die das Land als Durchgangsland benutzen, zu leicht», ist ihre Einschätzung.

Für den «Aufbau eines lebensfähigen, freien Irak» könnte sich die Schweiz mehr engagieren, findet Willeford. «Ich verstehe, dass die Schweiz keine Truppen schicken kann. Es gibt aber andere Wege, dem irakischen Volk zu helfen», findet sie. Allerdings würdigt sie die bereits stattgefundenen Lehrgänge für irakische Diplomaten in Genf.

Eine Lanze für Guantánamo

Willeford bedauert den schlechten Ruf, den das US-Gefangenenlager Guantánamo auf Kuba geniesst. Es gebe viele Falschinformationen. Es handle sich um «das humanitärste Gefängnis, das wir uns für transnationale Terroristen ausdenken konnten», sagt sie. Die Insassen würden gut ernährt, medizinisch gut versorgt, könnten ihre Religion praktizieren, erhielten Lesestoff und Post.

Zum Fall des im Juni 2005 im Irak von US-Kugeln getöteten schweizerisch-irakischen Doppelbürgers Salah Jmor fasste sich Willeford kurz: «Wir sind zum Schluss gekommen, dass es sich um einen tragischen Unfall handelte», sagte sie der Westschweizer Tageszeitung «Le Temps» vom Samstag. Für die USA sei der Fall abgeschlossen.

Den entsprechenden Untersuchungsbericht aus Washington erhielt das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) im Januar, wie Sprecher Jean-Philippe Jeannerat der Nachrichtenagentur SDA bestätigte.
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