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| Anmeldungsdatum: 22.10.2005 |
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Teheran (Reuters) - Irans Präsident Mahmud Ahmadinendschad hat sich überraschend mit einem Brief direkt an US-Präsident George W. Bush gewandt, um den Atomstreit mit dem Westen zu entschärfen.
Seit der Islamischen Revolution vor 27 Jahren hat es keinen offiziellen Kontakt mehr zwischen den Regierungschefs beider Staaten gegeben.
Zum genauen Inhalt des Briefs machte der Iran keine Angaben. Ein Regierungssprecher sagte am Montag auf der wöchentlichen Pressekonferenz in Teheran lediglich, Ahmadinedschads Schreiben sei persönlich an Bush gerichtet. Es würden "neue Wege" zur Beendigung der Spannungen vorgeschlagen und die Wurzeln der Probleme aufgezeigt. Der Brief solle im Laufe des Tages an die Schweizer Botschaft in Teheran übergeben werden, die die Interessen der USA im Iran vertritt.
Der Vorstoß kommt zu einer Zeit, in der die amerikanisch-iranischen Beziehungen auf einem Tiefpunkt angelangt sind. In den letzten Monaten hatte die neue iranische Führung die US-Regierung immer wieder scharf attackiert und ihr imperialistisches Gehabe vorgeworfen. Hinzu kamen die wiederholte Drohung Ahmadinedschads, den US-Verbündeten Israel "von der Landkarte zu tilgen". Die Vereinigten Staaten ihrerseits hatten einen Militärschlag gegen den Golfstaat nicht ausgeschlossen, falls dieser sein Nuklearprogramm nicht stoppt.
Die USA und verbündete Staaten werfen dem Golfstaat vor, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an einer Atombombe zu bauen. Die Außenminister der fünf Vetomächte im UN-Sicherheitsrat - USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - sowie Deutschland wollten am Montag erneut in New York zusammenkommen, um über eine Resolution im Atomstreit zu beraten. Iran wird darin aufgefordert, seine Aktivitäten zur Urananreicherung zu beenden. China und Russland fordern jedoch Änderungen am Entwurf. Die iranische Regierung argumentiert dagegen, das Programm diene ausschließlich dem zivilen Zweck der Stromerzeugung.
Die USA hatten nach der Islamischen Revolution 1979 und der Geiselnahme in der US-Botschaft in Teheran ihre diplomatischen Beziehungen zum Iran abgebrochen. In den 80er Jahren trafen sich Vertreter beider Länder gleichwohl häufiger heimlich hinter den Kulissen. Berühmt-berüchtigt ist die "Iran-Contra-Affäre". Damals verkauften die USA Waffen an den Iran im Gegenzug für dessen Hilfe bei der Befreiung von Geiseln im Libanon.
1995 unternahm Irans damaliger Präsident Akbar Haschemi Rafsandschani einen Schritt Richtung USA als er der US-Ölfirma Conoco 1995 ein eine Milliarde Dollar schweres Erdgas-Geschäft anbot. US-Präsident Bill Clinton erteilte dem Handel jedoch ein Absage.
Bush hatte den Iran vor Jahren in einer weltweit Aufsehen erregenden Rede in einem Atemzug mit Nordkorea und Irak als "Achse des Bösen" bezeichnet. Das irakische Regime ist gestürzt, Nordkorea besitzt nach eigenen Angaben mittlerweile Atomwaffen.
Parisa Hafezi |
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