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Aviva-Forum » Länder und ihre Vergangenheit » Schweiz: Kinder der Landstrasse
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Schweiz: Kinder der Landstrasse
BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 09:57 Antworten mit Zitat
Aviva
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Kinder der Landstrasse als „Hilfswerk“ entstand 1926 in der Schweiz unter der Leitung von Pro Juventute und hatte zum Ziel, Jenische bzw. Fahrende sesshaft zu machen. Zu diesem Zweck wurden ganze Familien „aufgelöst“ und die Kinder in Heimen fremdplatziert. In einigen Fällen wurden Kinder der Mutter bereits direkt nach der Geburt weggenommen. Bis 1972 waren es rund 600 Kinder, die vom Hilfswerk „betreut“ wurden. Ziel von Kinder der Landstrasse war das Ansinnen, Menschen zu einer Lebensweise zu zwingen, die den „bürgerlichen Ordnungs- und Sauberkeitsvorstellungen“ entsprachen.

Die rechtliche Grundlage bestand im Zivilgesetzbuch von 1912, welches bei pflichtwidrigem Verhalten der Eltern, dauernder Gefährdung oder ganz allgemein bei Verwahrlosung den Vormundschaftsbehörden das Recht gab, den Eltern das Sorgerecht über ihre Kinder zu entziehen. Obwohl schon das Zivilgesetzbuch eine Aufsicht über die Arbeit der Behörden erwähnte, wurde diese kaum wahrgenommen. Allein die Tatsache, dass die Eltern eines Kindes nicht sesshaft waren, genügte für eine Wegnahme des Kindes.

Mit strengen Mitteln wurde verhindert, dass Eltern Kontakt aufnehmen konnten zu ihrem Kind und umgekehrt. Die Kinder wurden in Pflegefamilien, Heimen, psychiatrischen Anstalten und sogar in Gefängnissen untergebracht. Einige Kinder endeten als Verdingkind, andere wurden sogar verkauft, vermutlich als billige Arbeitskräfte. Kindsmisshandlungen wurden als „Erziehung zur Arbeit“ verstanden.

1972 veröffentlichte der Schweizerische Beobachter die Schicksale von einigen Menschen, die aus ihrer Familie herausgerissen wurden. Die meisten Kinder und Eltern litten das ganze Leben lang unter den Aktivitäten des „Hilfswerks“. Der Bund zahlte finanzielle Entschädigungen, doch die Verantwortlichen von „Kinder der Landstrasse“ sowie die Mitglieder von Vormundschaftsbehörden, die ihre Aufsichtsfunktion nicht erfüllt haben, wurden nie bestraft. Man kann davon ausgehen, dass nach heutigem Recht der Straftatbestand des Völkermords [1] erfüllt ist, insbesondere auf Seiten der beiden Hauptakteure, Dr. Alfred Siegfried (1890-1972) und Clara Reust. Obwohl solche Verbrechen nach Ansicht von Experten nicht verjährbar sind, lässt eine offizielle juristische Aufarbeitung nach wie vor auf sich warten.

Die jenischen Schriftsteller Mariella Mehr und Peter Paul Moser verarbeiteten ihre Schicksale als Opfer des „Hilfswerks“ in mehreren ihrer Bücher.

Der Schweizer Regisseur Urs Egger drehte 1992 einen Film mit dem gleichen Namen über dieses Thema. Die Hauptrolle spielte Jasmin Tabatabai.

Quelle: wikipedia
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BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 10:11 Antworten mit Zitat
Ruediger
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Den Film werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen.
In einigen Ländern werden Kinder umgebracht, wenn sie als Mädchen geboren werden. Anhand dieses Beispieles sieht man, wo es dem Menschen an Aufklärung fehlt.
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BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 10:15 Antworten mit Zitat
Aviva
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Ruediger hat folgendes geschrieben:
Den Film werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen.
In einigen Ländern werden Kinder umgebracht, wenn sie als Mädchen geboren werden. Anhand dieses Beispieles sieht man, wo es dem Menschen an Aufklärung fehlt.


Das ist auch der Grund, warum ich dieses Unterforum eingestellt habe, um aufzuzeigen, daß auch andere Länder eine dunkle Vergangenheit haben.
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BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 10:45 Antworten mit Zitat
Ruediger
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Aviva hat folgendes geschrieben:
Ruediger hat folgendes geschrieben:
Den Film werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen.
In einigen Ländern werden Kinder umgebracht, wenn sie als Mädchen geboren werden. Anhand dieses Beispieles sieht man, wo es dem Menschen an Aufklärung fehlt.


Das ist auch der Grund, warum ich dieses Unterforum eingestellt habe, um aufzuzeigen, daß auch andere Länder eine dunkle Vergangenheit haben.


Eine gute Idee übrigens.
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BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 14:32 Antworten mit Zitat
.k
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Hierzu ein interessanter Artikel.

DAS SCHWEIZERISCHE HILFSWERK "KINDER DER LANDSTRASSE"
Jenische als Opfer der Sozialhygiene

http://www.thata.ch/jourdanmondedipljenische.htm
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BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 14:36 Antworten mit Zitat
Aviva
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Hallo Rosemarie,

danke für den Link, ein sehr interessanter Artikel.
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BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 14:48 Antworten mit Zitat
Aviva
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Es ist mir unbegreiflich über welch einem langen Zeitraum dieses " Hilfswerk " agieren konnte. Daß die Polizei, die politischen Behörden der Kantone und Gemeinden ebenso ihre Finger im Spiel hatten, dies unterstützten, ist für mich unfassbar.
Gerade wo die Schweiz doch so neutral ist.
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BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 15:04 Antworten mit Zitat
.k
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Wenn es um Menschen und Randgruppen geht die nicht der "NORM" entsprechen, haben die Behörden in vielen Ländern wohl die gleiche Einstellung.
Die Schweiz bildet da wohl keine Ausnahme.
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BeitragVerfasst am: 25.06.2006, 15:20 Antworten mit Zitat
Aviva
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Rosemarie hat folgendes geschrieben:
Wenn es um Menschen und Randgruppen geht die nicht der "NORM" entsprechen, haben die Behörden in vielen Ländern wohl die gleiche Einstellung.
Die Schweiz bildet da wohl keine Ausnahme.


Womit Du wohl recht haben wirst.
Ich muß erst einmal den ganzen Artikel " verdauen ".
Wieviele Länder auch diesen Irrsinn migemacht haben, diese " Ideologie " vertraten.
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BeitragVerfasst am: 15.07.2006, 20:23 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Ruediger hat folgendes geschrieben:
Den Film werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen.
In einigen Ländern werden Kinder umgebracht, wenn sie als Mädchen geboren werden. Anhand dieses Beispieles sieht man, wo es dem Menschen an Aufklärung fehlt.


Das sagt der richtige, jemand der Humanismus und Aufklärung und Frauenemanzipation ablehnt und die schwachsinnige Mutterolle der Frau verherrlicht und somit die Frau zum Sklaven des Mannes degradiert.

Das ist jetzt Satire pur.
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BeitragVerfasst am: 15.07.2006, 20:46 Antworten mit Zitat
Ruediger
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Arie-Ben-Kanaan hat folgendes geschrieben:
Ruediger hat folgendes geschrieben:
Den Film werde ich mir bei Gelegenheit mal anschauen.
In einigen Ländern werden Kinder umgebracht, wenn sie als Mädchen geboren werden. Anhand dieses Beispieles sieht man, wo es dem Menschen an Aufklärung fehlt.


Das sagt der richtige, jemand der Humanismus und Aufklärung und Frauenemanzipation ablehnt und die schwachsinnige Mutterolle der Frau verherrlicht und somit die Frau zum Sklaven des Mannes degradiert.

Das ist jetzt Satire pur.


Ari, wie wäre es, wenn du zur Abwechslung dich mal gesitreich an den Themen beteiligst anstatt die Beiträge anderer ständig nur blöd zu kommentieren. Wink
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Schweiz: Kinder der Landstrasse
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