| Ruediger |
| Elite-Stammuser |



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| Anmeldungsdatum: 01.05.2006 |
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http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/28/0,1872,3954268,00.html
Einst fanden sie die Aussicht, Berufsoldat zu werden, noch verlockend: eine solide Ausbildung, Karrierechancen, die gute Bezahlung. Doch die weltweiten Zweifel an dem Einsatz im Irak haben längst auch die GIs erreicht. Viele wollen die Armee verlassen, ihre Verweigerung wird aber nicht akzeptiert. Also fliehen sie in die Illegalität und versuchen, sich außerhalb der USA dem Zugriff der Behörden zu entziehen - auch in Deutschland.
Karl ter Horst
Um solche Deserteure kümmert sich Pastor Karl ter Horst. Seit Beginn des Irak-Krieges hilft er in Deutschland stationierten US-Soldaten, unterzutauchen. Zu Frontal21 sagt er: "Die haben sich doch nicht vorgestellt, auf Kinder zu schießen, das tut ein Soldat nicht - der schießt auf Soldaten." Im Internet fordert er US-Soldaten geradezu auf, zu desertieren. "Ja, und da ist das Beste, abzuhauen", sagt er. "Und ich kann ehrlich gesagt auch nicht begreifen, warum das nicht hunderttausendfach geschieht."
Netzwerk für Deserteure
Der Pastor aus Niedersachsen hat in ganz Europa ein geheimes Netzwerk sichererer Anlaufstellen aufgebaut - dazu fühlt er sich als Christ verpflichtet. Und er kann mit einer zunehmenden Zahl von GIs rechnen, die sich unerlaubt von der Truppe entfernen. Das Pentagon hat 2004 eingeräumt, dass mindestens 6000 Soldaten seit Beginn des Irak-Krieges desertiert sind. Inzwischen gehen Experten von mindestens 8000 aus.
Hinzu kommen Zehntausende, die jährlich bei Verweigerer-Organisationen um Hilfe bitten und einen legalen Weg aus dem blutigen Irak-Krieg suchen. Einige von ihnen nehmen auch harte Strafen in Kauf. Ein US-Soldat, dessen Verweigerung von der US-Army bereits abgelehnt wurde und der trotzdem nicht in die Illegalität flüchten will, sagt gegenüber Frontal21: "Ich bin bereit, die Konsequenzen zu ziehen, wenn ich mich weigere, diesen Krieg zu unterstützen oder irgendeinen Krieg." Er fügt hinzu: "Die Konsequenzen wären vermutlich eine Gefängnisstrafe und eine unehrenhafte Entlassung."
Darell Anderson
Zeuge von Kriegsverbrechen
Von einer Gefängnisstrafe trennen Darell Anderson nur die Niagara-Fälle. Er ist aus einer US-Kaserne in Deutschland Richtung Kanada geflohen, schon während des Vietnam-Kriegs das Ziel vieler Kriegsdienstverweigerer. Darell Anderson war 2004 sieben Monate in Bagdad stationiert. Dort wurde er Zeuge von Kriegsverbrechen.
Frontal21 berichtet er: "Ein Soldat erzählte stolz, wie er und seine Leute Gefangene zu Tode geprügelt hatten." Er habe gedacht, diese Männer seien Monster. "Aber nachdem ich länger im Irak war und immer mehr Freunde von mir gestorben waren, merkte ich: Es ist Krieg, und es kommt zu Kriegsverbrechen." Weiter sagt er: "Es ist Krieg, und du tötest Menschen, du tust Dinge, von denen du geglaubt hast, dass du dazu nie fähig wärst."
Angst vor der Militärjustiz
Als Darell Anderson zu Weihnachten 2004 seine Mutter in Kentucky besucht, trifft er einen folgenschweren Entschluss. Der Berufssoldat wird zum Deserteur. Anderson flieht nach Kanada und beantragt Asyl - erfolglos. Er heiratet eine Kanadierin und hofft jetzt, nicht der US-Militärjustiz ausgeliefert zu werden. |
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