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| Anmeldungsdatum: 22.10.2005 |
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Weil die Inflation größer ist als die Lohnsteigerungen, müssen die meisten Deutschen Reallohnverluste hinnehmen
Geringster Anstieg der Tarifgehälter seit 1995
Die Reallöhne in Deutschland werden 2006 vermutlich das dritte Jahr in Folge sinken. Zu diesem ERgebnis kommt laut einem Medienbericht eine Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung. "Die Arbeitnehmer müssen in diesem Jahr eine Reallohnentwicklung von minus 0,7 Prozent hinnehmen", sagte der Tarifexperte Thorsten Schulten vom Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut der Stiftung dem "Hamburger Abendblatt". Die erwartete Inflation von mehr als zwei Prozent übersteige den Zuwachs der Tariflöhne von durchschnittlich 1,5 Prozent.
Weiterer Kaufkraftverlust durch Mehrwertsteuererhöhung
Viele Beschäftigte erhielten noch nicht einmal mehr die ausgehandelten Tariferhöhungen, so Schulten. Um Arbeitsplätze zu sichern oder Produktionsstandorte in Deutschland zu halten, vereinbarten viele Arbeitgeber mit den Beschäftigten betriebliche Sonderregelungen und kürzten dabei zum Beispiel Urlaubs- oder Weihnachtsgeld. "Oft werden Tariferhöhungen auch mit übertariflichen Leistungen verrechnet, so dass die Mitarbeiter dann keinen Cent zusätzlich in der Tasche haben." Angesichts der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 von 16 auf 19 Prozent erwartet Schulten einen weiteren Kaufkraftverlust der Arbeitnehmer.
Statistiker: Niedrigste Steigerung seit 1995
Die neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamts untermauern die Studie der Hans-Böckler-Stiftung. Danach stiegen die Gehälter der Angestellten in Deutschland in diesem Frühjahr so gering wie seit 1995 nicht mehr. Im April lagen die tariflichen Monatsgehälter lagen nur um 0,7 Prozent über dem Vorjahresstand. Bei den Arbeitern stiegen die tariflichen Stundenlöhne um 1,1 Prozent. Damit bewegten sich die Lohnerhöhungen seit dem Tiefstand Mitte 2005 auf unverändert niedrigem Niveau.
Unterschiede zwischen einzelnen Branchen
In den einzelnen Branchen war die Entwicklung unterschiedlich. Die Angestellten in Bund, Ländern und Gemeinden sowie wie im Luft- und Raumfahrzeugbau und der Luftfahrt bekamen keine Tariferhöhungen. Bei den Arbeitern stiegen die Tariflöhne bei Bund, Ländern und Gemeinden um 0,2 Prozent. Lohnverluste mussten die Bauarbeiter hinnehmen. Die Erhöhung der Wochenstunden ohne Lohnausgleich kommt einem Minus von 0,7 Prozent gleich. Mehr verdienten dagegen Arbeiter und Angestellte etwa in der Tabakverarbeitung, im Schienenfahrzeugbau, in der chemischen Industrie und im Bekleidungsgewerbe.
Zwischen den Branchen gibt es Unterschiede: Bauarbeiter müssen Verluste hinnehmen, Angestellte der chemischen Industrie verdienen mehr
Stand: 28.07.2006 14:53 Uhr
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,,OID5759376_REF1,00.html |
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