| Robbi P. |
| Site Admin |

|
 |
| Anmeldungsdatum: 22.10.2005 |
| Beiträge: 841 |
|
|
|
 |
 |
 |
|
Hi Ismael und Hagbard,
die folgenden Sätze halte ich ebenfalls nicht für diskussionswürdig. Er setzt Israel mit den Taliban und der Apartheid gleich - das ist völliger Humbug. Dazu pauschalisiert er die Israelis. Es wurde auch nicht alles übersetzt. Lesen wir noch ein paar Beispiele:
"Wir erkennen den Staat Israel nicht länger an. Wir konnten das südafrikanische Apartheid-Regime nicht anerkennen, und ebenso wenig das afghanische Taliban-Regime. Und es gab viele, die Saddam Husseins Irak oder die ethnischen Säuberungen der Serben nicht anerkannten."
Vergleich mit Saddam Hussein und "ethnische Säuberung der Serben". Weiter:
"Wir lachen über die Hirngespinste dieses Volkes und weinen über seine Untaten. Als Gottes auserwähltes Volk zu handeln ist nicht nur dumm und arrogant, sondern ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit."
Wie nennt man das? Volksverhetzung? Der von mir angesprochene Part bezüglich Rache und Vergeltung wird in den folgenden Worten noch deutlicher:
"Wir anerkennen nicht die Rhetorik des Staates Israel. Wir anerkennen nicht die Spirale der Vergeltung der Blutrache von „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Wir anerkennen nicht das Prinzip von einem oder tausend arabischen Augen für ein israelisches Auge. Wir anerkennen keine Kollektivbestrafung oder Bevölkerungsschlankheitskuren als politische Waffen."
Was die genannten Zitate tatsächlich bedeuten, haben wir mehrmals ausführlich durchdiskutiert, mit Rache und Vergeltung haben sie nichts zu tun. Der Part, in dem er sich auf Jesus bezieht:
"Zweitausend Jahre sind vergangen, seit ein jüdischer Rabbi die altertümliche Doktrin des „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ kritisiert hat. Er sagte: „Tu an anderen, wie du wolltest, dass sie an dir tun."
Wo hat Jesus diese gesetzliche Auslegung aus dem Sefer haBerit (Bundesbuch), das sich auf das Buch Exodus bezieht, kritisiert? Ich weiß es nicht. Nochmal zur Erinnerung und Verdeutlichung:
Antijüdisches Klischee - Auge um Auge, Zahn um Zahn
Lesen wir weiter:
"Zweitausend Jahre sind vergangen, seit der jüdische Rabbi die alte Rhetorik des Krieges entwaffnet und humanisiert hat. Schon zu seiner Zeit waren die ersten zionistischen Terroristen am Werk."
Aha, zionistische Terroristen waren es also. Warum verwendet er in diesem Zusammenhang nicht gleich den Begriff "Christusmörder".
Nein, mit Kritik an der israelischen Politik hat dies alles nichts mehr zu tun. Es ist blanker Antisemitismus, der auf christlichem Antijudaismus aufbaut. Von daher hat Giordano auch völlig Recht wenn er meint, wer Gaarder zustimmt, sei Antisemit. Ich denke jedoch, dass vielen der gesamte Kontext nicht ausreichend bekannt ist und würde daher solchen Leuten auch nicht gleich Antisemitismus vorwerfen. Daher meinte ich auch an Hagbard, ob ihm die Äußerungen Gaarders gänzlich bekannt sind.
Das Wiesenthal-Center Norwegen hat den gesamten Text auf Englisch veröffentlicht:
God's Chosen People
Die Übersetzung ins Deutsche kann hier nachgelesen werden:
Gottes auserwähltes Volk
| Ismael hat folgendes geschrieben: |
| das interview was du postest von giordano ist auf den vorseiten schon zu finden robbilein |
Ich hatte die erste Seite in diesem Thread nicht gelesen, sorry. Im Subforum "Israel und der Nahe Osten" habe ich extra nachgeschaut, ob dieses Interview schon verlinkt wurde, aber nichts gefunden.
| Hagbard hat folgendes geschrieben: |
| Ein Land mit einer der besten Armeen der Welt, welches so aggressiv militärisch vorging (mittlerweile wirds ja besser) |
Was hilft die beste Armee der Welt, wenn sich der Kriegsgegner in der Zivilbevölkerung versteckt und Zivilisten als Schutzschilde mißbraucht? Die hochtechnisierte Armee macht Abschussrampen ausfindig in Garagen, unter den Dächern von Wohnhäusern usw. aber diese Technik reicht nicht, um die Geschütze einfach in Luft aufzulösen.
| Zitat: |
| und dennoch politisch immer und immer wieder sich selbst als Opfer hinstellt, sollte einfach mal umsichtiger sein. Es ist klar, dass Israel von der Hisbollah angegriffen wurde ... |
Wer ist Opfer: der Angreifer oder der angegriffene?
| Zitat: |
| und auch das Recht hat, sich zu verteidigen, aber bitte schön verhältnismäßig. |
Von Israel wird beispielhaftes Verhalten verlangt, ein "Musterkrieg", den es nirgendwo gibt. Es wäre kein einziger israelischer Soldat im Libanon, nicht eine Bombe würde auf irgendein Haus fallen, wenn Israel in Ruhe gelassen würde, wenn keine Raketen auf sein Territorium geschossen würden, wenn niemand das Land vernichten wollte und es keinen Terror gäbe. Wie immer man die Reaktion Israels bezeichnen möchte, ob aggressiv, überzogen oder sonstwie, es gäbe diese Reaktion nicht. Aber okay, letztendlich fällt es in jenen Bereich, den ich in meinem obigen Posting ansprach: "Was übrig bleibt ist die Art und Weise der militärischen Reaktion, die durchaus in einigen Elementen kritisierbar ist. " |
|