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Schriftsteller Jostein Gaarder kritisiert den Staat Israel
BeitragVerfasst am: 09.08.2006, 19:56 Antworten mit Zitat
muriel
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Schriftsteller Jostein Gaarder kritisiert den Staat Israel

OSLO (inn) - Der norwegische Schriftsteller und Populärphilosoph Jostein Gaarder hat in einem Essay in der Osloer Tageszeitung "Aftenposten" Israel angegriffen. Darin verweigert der Autor von "Sophies Welt" die Anerkennung des jüdischen Staates und nennt die Vorstellung eines von "Gottes auserwählten Volks" einen Akt gegen die Menschlichkeit.

In seinem Artikel beschreibt Gaarder, dass Israel gegen viele internationale Gesetze verstoßen und UN-Resolutionen missachtet habe. Somit dürfe es von der UNO keinen Schutz mehr zu erwarten haben. Ferner habe das Land die Anerkennung der Welt verloren und dürfe nicht in Frieden gelassen werden, bis es seine Waffen niedergelegt habe. Da der Staat nach dem Prinzip "Auge um Auge" lebe, so Gaarder, sei er nicht besser als die Hamas oder die Hisbollah.

"Wir erkennen den Staat Israel nicht mehr länger an. Wir konnten weder das südafrikanische Apartheid-Regime anerkennen, noch die Talibanregierung in Afghanistan...", so Gaarder wörtlich. Israel ist für ihn nicht besser, als es die oben genannnten Regierungen waren. Gaarder schreibt weiter, dass die Israelis glaubten, ein israelisches Leben sei mehr wert als 40 palästinensische oder libanesische.

"Wir lachen", so Gaarder, "mitterweile über die, die immer noch glauben, dass der Gott der Schöpfung und der Galaxie ein Volk als sein liebstes auserwählt hat und diesem lustige Steintafeln, einen brennenden Busch und die Erlaubnis zum Töten gab."

Gaarder nennt sich selbst einen Freund Israels. Er schreibt: "Wir anerkennen und beherzigen die große Verantwortung Europas für all die Notlagen, für die schändlichen Bedrohungen, die Pogrome und für den Holocaust. Es war geschichtlich und moralisch notwendig, dass die Juden ein Zuhause bekommen." Der Staat Israel habe sich dieses Recht aber wegen seiner skrupellosen Art und Weise, Kriege zu führen, verspielt, so Gaarder weiter.

Für ihn existiert der Staat Israel nicht mehr lange, denn zum jetzigen Zeitpunkt sei er ohne Abwehr und ohne Schutz. Die israelische Zivilbevölkerung müsse bei einer neuen möglichen Diaspora von der Welt beschützt werden. "Gebt den Israelis einen Zufluchtsort, gebt ihnen Milch und Honig! Lasst kein israelisches Kind im Leben sozial benachteiligt sein. Zuviele Kinder und Zivilisten sind schon umgebracht worden", schreibt Gaarder. Er wünsche daher der israelischen Nation eine einsichtige und barmherzige Umgebung.

In der norwegischen Öffentlichkeit stieß der Artikel auf unterschiedliche Reaktionen. Manche lobten den Artikel. Die dänisch-jüdische Journalistin Mona Levin hingegen verurteilte ihn als das Schlimmste seit Hitlers "Mein Kampf", so "Deutschlandradio".

Jostein Gaarder wolle sich fortan über das Thema Nahost-Konflikt nicht mehr äußern, meldete die "Deutsche Presseargentur" am Mittwochnachmittag. Die Veröffentlichung seines Artikels hat für Furore gesorgt. Viele Intelektuelle, Politiker und Angehörige der jüdischen Gemeinschaft beschuldigten ihn des Antisemitismus.

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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 09:18 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Jostein Gaarder sollte boykottiert werden, dieser Antisemit Typ gehört in den Knast
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BeitragVerfasst am: 10.08.2006, 10:26 Antworten mit Zitat
Hagbard
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Wo bitte äußerst sich denn Gaarder antisemitisch? Weil er meint die Politik Israels sei nicht akzeptabel? Weil er meint Israel war der richtige Versuch nach allem Leid was Juden zugefügt wurde ihnen ein Zuhause zu geben? Weil er meint das Juden auch weiterhin weltweit vor weiteren Übergriffen beschützt werden sollen?
Im Gegenteil, er äußerst sich durchweg doch sehr judenfreundlich, allerdings kritisiert er zurecht die israelische Außenpolitik. Und desweiteren kritisiert er zurecht die Auffassung ein Volk sei von Gott erwählt (wobei ich nicht denke, dass viele Juden insbesondere Israelis dies denken), womit er vollkommen recht hat. Aber die Reaktion von jüdischer Seite (das schlimmste seit "Mein Kampf") sind wieder vollkommen typisch, bloß keine Kritik; so kann man ihn dann natürlich auch direkt bestätigen.
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BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 11:06 Antworten mit Zitat
Gast






Hagbard hat folgendes geschrieben:
Wo bitte äußerst sich denn Gaarder antisemitisch?



Er verweigert die Anerkennung des Israels, das ist antisemitisch.

Israel ist seit 4000 Jahren die Heimat des jüdischen Volkes und das jüdische Volk hat das RECHT, wie jedes andere Volkauch, in SEINEM Land zu leben und einen Staat zu haben.

Wer das den Juden verweigert ist ein Antisemit und will einen neuen Holocaust.
BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 11:07 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Upps, hatte mich ganz vergessen anzumelden.

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BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 13:11 Antworten mit Zitat
Ruediger
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Anonymous hat folgendes geschrieben:
Hagbard hat folgendes geschrieben:
Wo bitte äußerst sich denn Gaarder antisemitisch?



Er verweigert die Anerkennung des Israels, das ist antisemitisch.

Israel ist seit 4000 Jahren die Heimat des jüdischen Volkes und das jüdische Volk hat das RECHT, wie jedes andere Volkauch, in SEINEM Land zu leben und einen Staat zu haben.

Wer das den Juden verweigert ist ein Antisemit und will einen neuen Holocaust.


Na siehst du. Endlich hast du es begriffen. JEDES andere Volk auch hat das Recht, in SEINEM Land zu leben und einen Staat zu haben. Ich gratuliere dir.
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BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 14:33 Antworten mit Zitat
Ismael
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jo arie dasis doch mal n satz :

"hat das RECHT, wie jedes andere Volkauch, in SEINEM Land zu leben und einen Staat zu haben. "

gilt das auch für die deutschen und deutschland ?
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BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 15:33 Antworten mit Zitat
Ruediger
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Ismael hat folgendes geschrieben:
jo arie dasis doch mal n satz :

"hat das RECHT, wie jedes andere Volkauch, in SEINEM Land zu leben und einen Staat zu haben. "

gilt das auch für die deutschen und deutschland ?


Natürlich gilt das auch für Deutschland. Das Antidiskriminisierungsgesetz, der Bau neuer Moscheen und die Einführung islamistischen Religionsunterrichts und Kopftüchern an deutschen Schulen können dies nicht ändern.
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BeitragVerfasst am: 11.08.2006, 15:35 Antworten mit Zitat
Ruediger
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Arie-Ben-Kanaan hat folgendes geschrieben:
Upps, hatte mich ganz vergessen anzumelden.

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Ob du dich nun einloggst oder nicht, ist völlig egal. Man erkennt sofort, wenn du einen neuen Beitrag verfasst hast. Das bedarf keiner sonderlichen Intelligenz.
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BeitragVerfasst am: 12.08.2006, 11:00 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Ruediger hat folgendes geschrieben:


Ob du dich nun einloggst oder nicht, ist völlig egal. Man erkennt sofort, wenn du einen neuen Beitrag verfasst hast. Das bedarf keiner sonderlichen Intelligenz.


Die hast du ja auch nicht Mr. Green
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BeitragVerfasst am: 12.08.2006, 11:03 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Ruediger hat folgendes geschrieben:


Na siehst du. Endlich hast du es begriffen. JEDES andere Volk auch hat das Recht, in SEINEM Land zu leben und einen Staat zu haben. Ich gratuliere dir.


Das du das nicht richtig verstehst war klar.

Deutschland akzeptiert ja nicht, sowie Israel, seine ethnischen Minderheiten.

Würde Deutschland die Araber z.B die in Deutschland so anständig behandeln wie Israel das mit der arabischen Minderheit tut, dann wäre einiges erricht.

z.B haben die Araber eigene Parteien in der Knesset. 10 der 120 Knessetabgeordnete sind Araber.
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BeitragVerfasst am: 12.08.2006, 11:04 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Ismael hat folgendes geschrieben:
jo arie dasis doch mal n satz :

"hat das RECHT, wie jedes andere Volkauch, in SEINEM Land zu leben und einen Staat zu haben. "

gilt das auch für die deutschen und deutschland ?


In seinem Land mit Ausländern zusammen. Das wollen aber die meisten Deutschen, die meisten Deutschen betrachten Ausländer als Menschen zweiter oder dritter Klasse die man ausbeuten und erniedrigen kann, wie der verbrecherische Zwischenfall in Potsdam zeigte.

Man muß Ausländer akzeptieren.
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BeitragVerfasst am: 12.08.2006, 11:12 Antworten mit Zitat
Arie-Ben-Kanaan
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Ruediger hat folgendes geschrieben:
Ismael hat folgendes geschrieben:
jo arie dasis doch mal n satz :

"hat das RECHT, wie jedes andere Volkauch, in SEINEM Land zu leben und einen Staat zu haben. "

gilt das auch für die deutschen und deutschland ?


Das Antidiskriminisierungsgesetz,



Das ist genau richtig, denn das verhindert das Leute mit einer faschistischen rassitischen Gesinnung, wie Ruediger, sich gegenüber anderen als "Herrenmenschen" aufspielen können.

Zitat:

der Bau neuer Moscheen und die Einführung islamistischen Religionsunterrichts und Kopftüchern an deutschen Schulen können dies nicht ändern.


Sowie christlichen Religionsunterricht und den Baus von Kirchen man verbieten muß.

Aus Kindern, deutschen wie türkischen oder arabischen, sollen Antifaschisten, Demokraten und Humanisten werden und keine faschistisch-reaktionären Gottesanbeter die irgendwann einen klerikalfaschistischen Terrorstaat anstreben wie es Nazibollah, Hamas-SA/SS, Al-Kaida-nazis oder christliche Neonazis wie diese Faschotruppe "Opus Dei" oder die christlichen Hitlerfundamentalisten im Bible-Belt im Süden der USA wollen.

Das ist nämlich die Folge von Religionsunterricht und Kirchen und Moscheebauten. Es wird Haß, Intoleranz und Mittelalter geschürt.
Fortschritt, Wissen, Toleranz, Humanismus, kommen dabei auf die Strecke.
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"Wer Gaarder zustimmt, ist Antisemit"
BeitragVerfasst am: 13.08.2006, 07:18 Antworten mit Zitat
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INTERVIEW MIT RALPH GIORDANO



Israel habe die Legitimität seiner Existenz verspielt, hat der norwegische Schriftsteller Jostein Gaarder in einem Essay erklärt. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE spricht der Publizist Ralph Giordano über zulässige Kritik an Israel und die eigentlich Verantwortlichen für die Toten im Libanon.

SPIEGEL ONLINE: Herr Giordano, der norwegische Schriftsteller Jostein Gaarder hat in einem Essay geschrieben, Israel solle als Staat nicht länger anerkannt werden - es habe mit seinen schrecklichen Kriegen und seinen fürchterlichen Waffen seine Legitimität verspielt. Hat Sie Gaarders Aussage erschrocken?

Giordano: Es trifft mich sehr, dass diese Aussagen von norwegischer Seite kommen. Die Art und Weise, wie Gaarder geschrieben hat, mit welchen Verbalinjurien und mit welch schrecklicher Mentalität, geht weit über eine Kritik an Israel und seiner aktuellen Militärpolitik hinaus. Der Inhalt von Gaarders Essay hat historische Tradition und geht mit der Verdammung der Juden, weil sie sich als Gottes auserwähltes Volk geben, auf das Urchristentum zurück. Aber der Aufsatz hat mich nicht empört, weil ich diese Art von Kritik aus Deutschland gewohnt bin.

SPIEGEL ONLINE: Inwiefern?

Giordano: Was mich immer wieder geradezu aufgeputscht, ist, mit welcher Selbstverständlichkeit Israel hier zu Lande grundsätzlich im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt von einem bestimmten Teil der öffentlichen und auch der veröffentlichten Meinung auf die Anklagebank gesetzt wird - wie jetzt bei der Eskalation im Libanon. Das stößt mich ab, weil jede einseitige Schuldzuweisung von Ignoranz über den komplexen Charakter des Nahostkonflikts zeugt. Was mich wirklich bestürzt, ist, dass diese Leute sich offenbar nicht in die Alltagssituation von Israel hineindenken können.

SPIEGEL ONLINE: Wie weit darf die Kritik an Israel gehen?

Giordano: Natürlich ist nicht jeder, der Israels Politik in diesem oder jenen Fall kritisiert - akut oder historisch- ein Antisemit. Israel steht nicht unter kritischem Naturschutz. Aber wir leben in einem Land, in dem 18 Prozent aller Menschen keinen jüdischen Nachbarn haben wollen und 30 Prozent sagen, sie hätten ein ambivalentes Verhältnis zum Antisemitismus. Aber es gibt auch Kritik an Israel, die aus einer tiefen Sorge um alle Opfer kommt. Immer wenn über den Krieg in Nahost gesprochen wird, muss am Anfang die Trauer um alle Opfer stehen. Humanitas ist unteilbar. Aber man muss auch die historischen und politischen Zusammenhänge sehen.

SPIEGEL ONLINE: Laut der norwegischen Zeitung "Aftenposten" hat Gaarder auch viel Beifall erhalten. Sind alle diese Menschen Antisemiten?

Giordano: Den, der dem Originaltext von Gaarder zustimmt, nicht als Antisemiten zu bezeichnen, fällt mir schwer. Dazu sind Gaarders Worte zu eindeutig.

SPIEGEL ONLINE: Tut die israelische Regierung das Richtige?

Giordano: Ich kenne Freunde Israels, die trotzdem sagen: Hört mal, ist das, was ihr macht, richtig? Ich selber will nicht besserwisserisch sagen, was israelische Regierung oder Militär machen müssen oder sollen, um ihre Bürger zu schützen. Ich kenne auch die islamische Welt und weiß: die Guerilla kann durch reguläre Armeen nicht besiegt werden - das hat das 20. Jahrhundert gezeigt. Es wird aber erst Frieden geben, wenn die arabische Welt erkennt, dass die Hisbollah und alles was sie symbolisiert, von innen her besiegt werden muss. Mit der Hisbollah wird es keinen Frieden geben. Das ist eine düstere Perspektive, weil sich zeigt, dass die inner-arabischen Kräfte bislang nicht stark genug waren, der Hisbollah den Garaus zu machen.

SPIEGEL ONLINE: Der bekannte libanesische Schriftsteller Abbas Beydoun hat Israel vorgeworfen, einen Staat zu zerstören, dessen Institutionen Frieden schaffen könnten.

Giordano: Es ist fürchterlich, was da geschieht. Es bricht mir das Herz, wenn ich die täglichen Bilder aus dem Libanon sehe. Aber ich bin ein Zeitzeuge, der weiß, dass so etwas Ähnliches - zwar mit anderen Vorzeichen, aber doch vergleichbar - schon einmal stattgefunden hat - in einem weit größeren Maße. Mir kommt es darauf an zu sagen, wer die eigentlich Verantwortlichen für das Leid sind. Ich habe alle Höllen des Luftkrieges in Hitlerdeutschland miterlebt - bin ausgebombt und verletzt worden, aber mir war immer eines klar: Die Erstverantwortlichen für diesen Luftkrieg der anglo-amerikanischen Luftwaffe, der Hunderttausende Deutsche das Leben gekostet hat, waren Hitler und das nationale Kollektiv seiner Anhänger. Ich weigere mich, für diese 500.000 Opfer die anglo-amerikanische Luftwaffe verantwortlich zu machen. Genau das Gleiche gilt jetzt für Israel. Es ist fürchterlich was im Libanon geschieht, aber ich bin unfähig, die Hisbollah und deren Geldgeber aus Syrien und Iran von dieser Erstverantwortung freizusprechen.

SPIEGEL ONLINE: Es wird viel über eine internationale Eingreiftruppe diskutiert, die nach einer Waffenruhe für Frieden sorgen und die Hisbollah entwaffnen soll. Unter welchen Voraussetzungen wäre eine deutsche Beteiligung denkbar?

Giordano: Es ist unvorstellbar, dass es bei Spannungen zwischen dieser Friedenstruppe und der israelischen Armee zu Konfrontationen zwischen uniformierten Deutschen und der israelische Armee kommen könnte. Das ist nach dem, was im Zweiten Weltkrieg letztlich durch die Eroberung der Wehrmacht vorbereitet worden ist - nämlich der Holocaust - nicht denkbar. Deshalb habe mich zurückgenommen. Auf der anderen Seite - und dies war das Motiv meiner anfänglichen Zustimmung - wäre es so etwas wie eine "Normalisierung" zwischen Deutschen und Israelis. Man müsste darüber nachdenken, was Deutschland in diesem Rahmen auf anderem Wege zum Frieden beitragen könnte, zum Beispiel finanziell oder sozial.

Das Interview führte Anna Reimann

http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,431138,00.html
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BeitragVerfasst am: 13.08.2006, 11:44 Antworten mit Zitat
.k
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Ralph Giordano hat ein sehr interessantes und lesenswertes Buch über Israel und den Nahostkonflikt geschrieben.

Titel: Israel, um Himmels willen, Israel

Eine Kurzbeschreibung habe ich unter Buchtipps reingestellt.
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Schriftsteller Jostein Gaarder kritisiert den Staat Israel
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