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| Anmeldungsdatum: 22.10.2005 |
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TEHERAN. Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad hat in seinem bisher unveröffentlichten, im Juli an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gerichteten Brief erneut den Holocaust in Frage gestellt. Ahmadinedschad habe in dem am 19. Juli überbrachten Brief geäußert, der Holocaust sei möglicherweise nur erfunden worden, um Deutschland an seiner Entfaltung zu hindern, berichtete am Montag die halbamtliche iranische Nachrichtenagentur Mehr. Es sei nicht besonders logisch, "dass bestimmte Siegerstaaten des Zweiten Weltkriegs einen Vorwand schaffen, um ein Volk in andauernder Bedrängnis zu halten", schrieb Ahmadinedschad demnach weiter. Außer Deutschland würden auch die Völker des Nahen Ostens und die gesamte Menschheit "unter der Instrumentalisierung des Holocausts leiden". Die Bundesregierung hatte Ahmadinedschads Schreiben bereits scharf kritisiert.
Keine Antwort aus Berlin
In dem nun in Teheran veröffentlichten Brieftext warf Ahmadinedschad den Alliierten zudem vor, sie hätten nach dem Krieg die Juden auf ihrem Territorium aufnehmen müssen. Stattdessen hätten sie mit der Ansiedlung von Juden im neu geschaffenen Staat Israel eine "konstante Bedrohung im Nahen Osten" geschaffen.
Merkel hatte die Aussagen Ahmadinedschads über Israel kurz nach dem Erhalt des Briefes "als vollkommen inakzeptabel" bezeichnet und angekündigt, das Schreiben nicht zu beantworten. Der iranische Staatschef habe das Existenzrecht Israels in Frage gestellt, das für Deutschland "zur Staatsräson" gehöre.
Ahmadinedschad hatte Anfang Mai bereits einen Brief an US-Präsident George W. Bush gerichtet, in dem er die US-Politik insgesamt kritisiert hatte. Darin schrieb er in Anspielung auf Deutschland, die Propaganda der Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg habe einige glauben lassen, "dass sie bis in alle Ewigkeit für die Fehler ihrer Väter" bezahlen müssten.
Neue Konferenz geplant
Irans ultrakonservativer Staatschef hatte bereits in der Vergangenheit mit Israel-feindlichen Äußerungen für Empörung gesorgt. Unter anderem bezeichnete er die Ermordung von Millionen Juden im Holocaust als "Mythos" und rief dazu auf, Israel von der Landkarte zu tilgen. Im Dezember will Iran eine internationale Holocaust-Konferenz abhalten. Die internationale Gemeinschaft streitet derzeit mit Teheran über die Einstellung des iranischen Atomprogramms.
Iranischen Presseberichten vom Montag zufolge will die Führung in Teheran eine zwei Mal verschobene Konferenz über den Holocaust nun im Dezember nachholen. Die Konferenz unter dem Titel "Eine Studie über den Holocaust - Die globale Perspektive" solle in Teheran stattfinden, hieß es. Unter anderem sollen die Gründe für Antisemitismus in Europa und die Verbindung zwischen dem Holocaust und Zionismus untersucht werden. Zudem sollen die diesbezüglich vorhandenen historischen Dokumente und die Rolle der Presse untersucht werden. Das genaue Datum wurde nicht bekannt gegeben. Beobachter erwarten, dass zu der Holocaust-Konferenz neben Wissenschaftlern und Islamgelehrten auch deutsche Neonazis eingeladen werden. (AFP)
Berliner Zeitung, 29.08.2006
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/print/politik/581570.html |
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