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| Anmeldungsdatum: 22.10.2005 |
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George W. Bush am Montag, Tony Blair am Dienstag, und jetzt Angela Merkel: Die Liste der Gesprächspartner des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in dieser Woche kann sich sehen lassen. Als säkular verfasste Republik mit moslemischer Bevölkerung und als Brückenland zwischen Ost und West gehört die Türkei zu den geostrategischen Gewinnern des 11. September.
Das hat nicht nur Auswirkungen auf den Terminkalender türkischer Spitzenpolitiker, sondern auch auf das Selbstbewusstsein eines Landes, das vor Jahren noch als kranker Mann am Bosporus betrachtet wurde.
Der fromme Moslem Erdogan spricht von einer "Islam-Phobie" des Westens, die er mit dem Antisemitismus vergleicht. Gleichzeitig erneuert Erdogan aber auch immer wieder seinen Willen, zu mehr Verständnis zwischen dem christlichen Westen und der islamischen Welt beizutragen.
Die Kanzlerin ist für die Türkei derzeit wichtiger als andere Regierungschefs europäischer Großmächte: Blair ist eine "lahme Ente", und Frankreich ein halbes Jahr vor der Präsidentenwahl kaum ansprechbar. Merkels Ermahnungen hinsichtlich des Zypern-Streits und der Mängel der türkischen Reformpolitik sind deshalb für Ankara derzeit bedeutsamer als die Kritik anderer EU-Politiker.
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