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Jitzhak Rabin (יצחק רבין auf Hebräisch, * 1. März 1922 in Jerusalem; † 4. November 1995 in Tel Aviv) war Generalstabschef der israelischen Armee und Ministerpräsident seines Landes.
Er hatte das Amt des Ministerpräsidenten zweimal inne, erstmals von 1974 bis 1977 und nochmals von 1992 bis zu seiner Ermordung im Jahre 1995. Er war der einzige israelische Ministerpräsident, der ermordet wurde, und der zweite, der im Amt starb.
1994 erhielt er gemeinsam mit seinem damaligen Außenminister Schimon Peres und dem damaligen Präsidenten der palästinensischen Autonomiegebiete Jassir Arafat den Friedensnobelpreis.
Jitzhak Rabin kam als Sohn eines jüdischen Volontärs, der nach dem 1. Weltkrieg die USA verlassen hatte, sowie seiner russischen Mutter auf die Welt. Er besuchte die Schule in Tel Aviv und nachfolgend eine Landwirtschaftsschule. Seit 1948 war er mit der gebürtigen Königsbergerin Leah Rabin (geborene Schlossberg) verheiratet.
Militärische Karriere
1940 ging er als Freiwilliger zur Palmach-Abteilung der Hagana, einer Eliteeinheit der damaligen zionistischen Untergrundorganisation, die nach 1948 in die israelische Armee überging. Im Jahr 1941 nahm er als Angehöriger der britischen Armee am Einmarsch in Syrien teil. 1944 wurde er stellvertretender Palmach-Befehlshaber der Truppen, die gegen die britischen Mandatstruppen kämpften. Aufgrund dieser Aktivität wurde er im Juli 1946 von den britischen Truppen verhaftet und zu sechs Monaten Haft verurteilt.
Im Oktober 1947 erreichte er die Position des obersten Planungsoffiziers. Während des israelischen Unabhängigkeitskriegs 1948 befehligte er die Verteidigung Jerusalems und kämpfte im Negev gegen die Ägypter. Im Jahr 1949 war er Delegierter der Waffenstillstandsdelegation auf Rhodos.
Von 1953 bis 1956 übernahm Rabin die Leitung der Ausbildung der israelischen Armee, danach wurde er Befehlshaber der Truppen an der syrischen Grenze Israels. Am 24. Januar 1961 wurde er zum stellvertretenden Generalstabschef und am 1. Januar 1964 zum Generalstabschef (auf Hebräisch: רמטכ"ל, sprich: Ramatkal) der Zahal (Israelische Verteidigungsarmee) ernannt. Unter seinem Kommando errang der Zahal einen umfassenden Sieg über Ägypten, Syrien und Jordanien im Sechstagekrieg. Nachdem die Altstadt von Jerusalem von der Zahal erobert worden war, war Rabin einer der ersten, der die alte Stadt besuchte. Er hielt dort eine berühmt gewordene Rede in der Hebräischen Universität auf dem Skopusberg, nachdem er von der Universität mit der Ehrendoktorwürde der Philosophie geehrt worden war.
Politische Karriere
1967 gab Rabin seinen Posten an seinen Nachfolger Chaim Bar-Lew ab und widmete sich der Politik und Diplomatie. Er wurde 1968 als Botschafter in die Vereinigten Staaten entsandt und vertrat hier bis 1973 die Interessen Israels. 1973 wurde Rabin als Mitglied der Arbeiterpartei in das israelische Parlament, die Knesset, gewählt und zum Arbeitsminister ernannt. Am 3. Juni 1974 wurde er Nachfolger Golda Meïrs als Ministerpräsident. In dieser Amtszeit fand die Befreiung der Geiseln eines von Palästinensern entführten Air-France-Flugzeuges in Entebbe in Uganda statt, die als Operation Entebbe bekannt wurde.
Nach zwei großen Krisen musste Rabin sein Amt aufgeben: Zum einen führte die Ankunft von vier F-15-Jets an einem Schabbat zum Zerbrechen seiner Koalitionsregierung, zum anderen wurde kurz vor den Wahlen vom israelischen Geheimdienst, dem Mossad, ein illegales Dollarvermögen seiner Frau aufgedeckt, wie der ehemalige Geheimdienst-Katsa Victor Ostrovsky belegt. Rabin übernahm die Verantwortung für das Konto seiner Frau und trat 1977 vom Amt zurück. Nach seinem Rücktritt wurde der Likud-Politiker Menachem Begin als sein Nachfolger gewählt.
Nach der Regierungszeit Begins und 1983 und einer kurzen Amtszeit von Jitzhak Schamir bis 1984 wurde Shimon Peres Ministerpräsident Israels und Jitzhak Rabin kam in sein Kabinett als Verteidigungsminister in der Einheitsregierung. Er setzte, wie im Fernsehen mehrfach dokumentiert, sehr umstrittene bis brutale Methoden ein, um die Erste Intifada auszuschalten und wurde mit dem Ausspruch zitiert: „Wir sollten ihre Hände und Beine brechen“ (bezogen auf die palästinensischen Aufständischen). Zugleich war er zuständig für den Rückzug der israelischen Armee aus dem südlichen Libanon. Er blieb auch in der zweiten Amtszeit Schamirs Verteidigungsminister bis 1990.
Ab 1990 wurde Rabin zu einem der wichtigsten Fürsprecher eines fortschreitenden Friedensprozesses zwischen Israel und den Palästinensern und den arabischen Nachbarn des Staates. Er warnte vor einem Einfrieren des Friedensprozesses in der zweiten Amtszeit von Shimon Peres und kündigte 1990 seine Kandidatur als Vorsitzender der israelischen Arbeiterpartei gegen Peres an. Aus dieser Wahl ging er 1992 als Sieger hervor und wurde 1993 erneut Ministerpräsident Israels. Seinen Vorgänger Shimon Peres machte er zum Außenminister, er selbst behielt das Verteidigungsministerium.
In seiner zweiten Amtszeit von 1993 an spielte Rabin eine tragende Rolle bei den Friedensgesprächen mit den Palästinensern sowie den arabischen Ländern. 1991 kam es zu Friedensgesprächen in Madrid, nach denen Israel getrennt mit Vertretern seiner Nachbarn verhandeln sollte. Die palästinensische Befreiungsorganisation PLO wurde bei den Verhandlungen jedoch nicht eingeladen. 1992 kündigte Rabin Syrien einen Abzug der Truppen aus den Golanhöhen an, zeitgleich verschärfte sich der Streit mit den Palästinensern und der PLO und es kam vermehrt zu Terrorakten, die die Friedensgespräche der israelischen Regierung unterlaufen sollten. Im Sommer 1993 kam es zu ersten direkten Gesprächen zwischen Vertretern der PLO und der israelischen Regierung. Die Gespräche führten im Oslo-Abkommen zu einem Erfolg, das einen Abzug der israelischen Armee aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen sowie eine palästinensische Selbstverwaltung in diesen Gebieten bei gleichzeitigem Gewaltverzicht der Palästinenser vorsah. Nach einer Übergangszeit sollte ein dauerhafter Status der Gebiete ausgehandelt werden. Die Verträge wurden am 9. und am 10. September von den Beteiligten unterschrieben. Am 4. Mai 1994 erfolgte eine weitere vertragliche Regelung in Washington D.C., bei der die PLO erstmalig eine anerkannte begrenzte Autonomie für den Gazastreifen und das Gebiet um Jericho bekam. Für seine Beteiligung an diesem Prozess erhielt Rabin 1994, zusammen mit Jassir Arafat und Schimon Peres, den Friedensnobelpreis.
In der Folge des in Kairo 1994 endgültig bestätigten Abkommens wurden israelische Truppen aus den Autonomiegebieten abgezogen. Die PLO durfte eine Polizeitruppe von 9.000 Mann bilden, um ihrer Aufgaben der Verwaltung und Kontrolle gerecht zu werden, außerdem wurden etwa 8.500 palästinensische Gefangene freigelassen.
Rabin wurde am 4. November 1995 von Jigal Amir in Tel Aviv erschossen. Heute gibt es einen nationalen Erinnerungstag am Tag seiner Ermordung. Jitzhak Rabin wurde auf dem Mount Herzl gemeinsam mit seiner im Jahr 2000 verstorbenen Frau Leah Rabin begraben. Dort erinnert ein schwarzer Stein an ihn und ein weißer Stein an seine Frau.
Ehrungen
* 1994: Friedensnobelpreis
* 1994: Ehrendoktortitel der Ben-Gurion-Universität des Negevs in Beerscheba
* 1995: (Posthum) Deutsche Medienpreis in Baden-Baden
* In Köln hat man einen Platz in der Nähe der Synagoge in "Jitzhak-Rabin-Platz" umgewidmet.
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