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Bagdad/Washington (dpa) - Hunderte von Irakern haben sich nach dem Todesurteil gegen den früheren irakischen Machthaber Saddam Hussein als Henker beworben. Dies sagte ein Berater von Ministerpräsident Nuri al-Maliki dem US-Fernsehsender ABC.
Bassam al-Husseini sagte nach dem Bericht vom Mittwoch, die Interessenten gehörten allen drei großen Religionsgemeinschaften und allen ethnischen Gruppierungen an. Offiziell gebe es keinen Henker, Die Regierung habe eine solche Position auch nicht ausgeschrieben, hieß es ABC weiter.
Ein irakisches Berufungsgericht hatte am Dienstag das Todesurteil gegen Saddam Hussein und zwei seiner Gefolgsleute bestätigt. Das Urteil werde nun innerhalb von 30 Tagen vollstreckt, erklärte der Vorsitzende Richter des Berufungsgerichts, Munir Haddad, auf einer Pressekonferenz in Bagdad. Eine neue Berufung ist nicht möglich. Die US-Regierung lobte die "mutigen Anstrengungen" der irakischen Richter. Dagegen sprachen die Verteidiger Saddam Husseins von "Siegerjustiz".
Das Sondertribunal für die Verbrechen des alten Regimes hatte Saddam, seinen Halbbruder Barsan al-Tikriti und den früheren Richter Awad al-Bandar am 5. November wegen der Ermordung von 148 angeblichen Verschwörern in der schiitischen Kleinstadt Dudschail 1982 zum Tode durch den Strang verurteilt. Die Verteidigung hatte vier Wochen später Berufung gegen das Urteil eingelegt.
Ein Termin für die Vollstreckung der Todesurteile war am Dienstagabend noch nicht bekannt. Gegen den 69-jährigen Saddam läuft ein zweiter Prozess wegen Völkermordes an den Kurden, der jetzt höchstwahrscheinlich nicht mehr abgeschlossen werden kann. Dabei geht es um die so genannte Anfal-Militärkampagne, bei der 1987 und 1988 bis zu 100 000 Kurden ums Leben gekommen waren. Weitere Anklagen gegen Saddam und andere Funktionäre sind noch anhängig. Saddam hatte ein Vierteljahrhundert im Irak mit brutaler Hand geherrscht, bis er durch die US-geführte Militärinvasion im April 2003 gestürzt wurde. |
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